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Die Angst vor der Eifersucht

Das Gespenst der Angst vor der Eifersucht Jakobs überschattet die Beziehung

„Ich bin nicht eifersüchtig“ beteuert Jakob.  Er erklärt sich gegenüber Astrid, er fleht sie an, sie möge ihm verzeihen, sie bleibt kühl. Dann irgendwann taut sie auf, am Ende liegen die beiden sich wieder in den Armen. Aber es brodelt in Astrid, das merkt sie, das merkt Jakob.

„Danach war nichts mehr wie vorher“ berichtet Astrid. „Wenn ich zu spät von der Arbeit nach Hause kam, und Jakob schon in der Wohnung war und gekocht hatte und mir am Telefon lediglich sagte, wie schade, Liebste, keine Sorge, das Essen kann man aufwärmen, hörte ich aus der Formulierung „wie schade“ heraus, dass Jakob mir Vorwürfe macht, dass ich den Abend ruiniert habe, weil er annimmt, dass ich mit einem anderen Mann zusammen bin. Ich hörte Zwischentöne. Jakob konnte kaum noch etwas sagen, was ich nicht als Ausdruck von Eifersucht verstand. Unsere Fronten verhärteten sich. Und dennoch wusste ich, dass unsere Beziehung wunderbar ist, dass Jakob mir vertraut, dass aber in mir etwas hochgekommen ist, was ich noch nicht wirklich überwunden habe: die schlechten Erfahrungen mit den eifersüchtigen Männern verfolgten mich immer noch.“

Die bahnbrechende Erkenntnis: Jakob ist nicht eifersüchtig, Astrid hat „nur“ Angst davor

Es gab eine zweite Initialzündung, die unserer Beziehung sehr gutgetan hat. Jakob konnte mich nach langem Hin und Her davon überzeugen, dass wir zu einer Paarberatung gehen. Ich habe mich gesträubt, ich war davon überzeugt, dass mit mir alles okay sei, dass Jakob zur Therapie müsse, weil er eifersüchtig ist. Und dann habe ich eines Tages gesagt, komm, wir versuchen das, ich lasse mich auf eine Paartherapie ein. Wir kamen schon in der ersten Sitzung darauf, dass die Angst vor der Eifersucht in mir liegt, dass es zu der Angst keinen Grund gibt, dass die Wurzel unserer Beziehungs-Nöte in meiner Angst liegt, die daraus resultiert, dass ich meine Vergangenheit noch nicht verarbeitet habe. Ich entschloss mich zu einer Einzeltherapie, ich wollte vor allem wissen, warum ich mehrfach an extrem eifersüchtige und besitzergreifende Männer geraten bin. Ich kam mir selbst nach und nach auf die Schliche. Ich sehnte mich einfach sehr nach Liebe. Liebe war für mich der Sinn des Lebens, ist es noch. Ich war sehr romantisch, wenn mir einer mit einem Riesenstrauß roter Rosen kam, war ich schon überwältigt. Und wenn mir einer sagte, dass er mich kontrolliert, weil er auf mich aufpassen wolle, weil er wisse, was für mich richtig oder falsch sei, dass die Kontrolle also ein Akt der Liebe sei, habe ich das erst einmal geglaubt. Ich fühlte mich geliebt, das Gefühl zu ersticken, das kam erst später, da war es oft zu spät, die Männer ließen mich nicht mehr los. Erst später wurde ich kritisch, überkritisch gegenüber den Liebesbekundungen von Männern.

Mit Jakob habe ich mir den Richtungen ausgesucht. Das weiß ich wieder ganz sicher. Meine Angst wird kleiner, sie wird eines Tages verschwunden sein. Es ist nicht so, dass ich Jakob misstraute, ich misstraute in Wahrheit meiner Entscheidung für ihn. Er hat einfach einmal einen Fehler gemacht und das Falsche gesagt, mehr nicht. Ich misstraute mir.

Jakob lässt mich frei, das ist auch seine Philosophie der Liebe: Wahre Liebe lässt frei. Bald werde ich mein Eifersuchts-Trauma überwunden haben. Jakob begleitet mich liebevoll und verständnisvoll auf diesem Weg, und wir werden auch alle anderen Wege zusammengehen. In Liebe und in Freiheit und mit Vertrauen.“

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Über den Autor/die Autorin

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Birgit Ehrenberg, geboren 1962, ist Journalistin und studierte Philosophin. Sie begleitet und unterstützt Menschen mit ihrer Expertise in existenziellen Fragen zur Liebe und ist seit vielen Jahren erfolgreiche Autorin zum Thema. Auf beziehungsweise führt die Liebesforscherin mit Paarberater Eric Hegmann regelmäßig Gespräche über das Wesen der Liebe.