100 Prozent statt fifty/fifty – alles geben, glücklich werden!

Putzen, Waschen, Aufräumen: Über nichts kann man sich so schön kabbeln wie über das faire Aufteilen von ungeliebten Alltagsjobs

Dabei ist es so befreiend, nicht haarklein zu bilanzieren, wer was leistet – oder Bringschulden hat. Merke: Gute Beziehungen sind niemals fifty-fifty!

Montagmorgen, viertel nach sieben. Der Alltag hat unsere Liebe wieder: „Sag mal, die Küche mach ich aber nicht! Ich habe schon die Wanne geschrubbt, und die Rotweinsaucen-Sauerei ist von dir!“.  Ganz egal, wie nah man sich gestern beim gemeinsamen Köcheln gekommen ist – oder wie großartig das, was danach kam, war. Genüsse und schöne Momente teilen kann jeder. Aber den Dreck wegmachen? Da wird es dann ungemütlich und trivial. Putzen, waschen, aufräumen. Steuern, Reparaturen, Rechnungen bezahlen. Klingt unsexy, ist unsexy. Nur: Was tun, da sich all diese Dinge nun mal weder von selber erledigen, noch die Liebe über die ständigen Diskussionen unter die Räder kommen soll? Die gute Nachricht lautet: Die feindliche Übernahme der Beziehung durch den Alltag ist abwendbar!

Vorlieben feiern, statt Abneigungen pflegen

Anstatt sich gegenseitig Vorwürfe zu machen und verhasste Aufgaben hin und her zu schieben, stellen Sie es besser schlauer an: Ihr Partner liebt es, Geschirr zu spülen, und Sie putzen eigentlich ganz gerne das Bad? Er hat ein Händchen für Zahlen, Sie bügeln für Ihr Leben gern? Bingo. Sprechen Sie darüber, was Ihnen jeweils liegt, und vergeben Sie die notwendigen Alltagsjobs fest nach Vorlieben! So packen Sie beide gleichermaßen mit an, um das „Sweet Home“ in Schuss zu halten, und entgehen trotzdem dem nervigen Aufschieben und Diskutieren von immer denselben Baustellen.

Gute Planung ist der beste Stressbuster

Besonders unter beruflich stark Eingespannten – oder bei Paaren, die sehr unterschiedliche Arbeitszeiten haben, sorgt clevere Organisation dafür, dass sich niemand zu kurz gekommen fühlen muss. Es hilft ungemein, Dinge vorher zu regeln, statt gestresst in den – oft zu kurzen – Alltagsbegegnungen. Klare Absprachen entstressen den Alltag deutlich – und können sogar den Hausfrieden retten, etwa: „Wer abends lange arbeitet, wird bekocht” oder: „Der eine kauft diese Woche ein und räumt auf, der andere kümmert sich dafür um sie Wäsche”. Setzen Sie sich –beispielsweise sonntagabends – für die Wochenplanung zusammen. Und weil Vorfreude die schönste Freude ist, sind rechtzeitige Abstimmungen darüber, an welchem Wochenende mal nur ausgeschlafen und gegammelt wird – und an welchem Tag beide früh Schluss haben und gemeinsam etwas Schönes unternehmen, ein echter Glücksbringer.

Alles geben, gemeinsam gewinnen

Klar gilt grundsätzlich: Verhandlungen sind erlaubt. Aber kleinliches Bilanzieren hat in einer glücklichen Partnerschaft nichts verloren. Gerade bei ungeliebten Aufgaben neigt Mensch nun mal dazu, interne Rechnungen aufzumachen: „Ich habe x getan, nun musst du y erledigen“. Der Pferdefuß: Vieles, was der andere leistet, nehmen wir schlicht nicht wahr. Andersherum ist es übrigens genauso. Den Effekt, den eigenen Einsatz sehr gut zu erkennen, die Beiträge des anderen aber nur eingeschränkt wahrzunehmen, können wir nicht abstellen. Aber wir sollten ihn berücksichtigten und entsprechend handeln: indem wir grundsätzlich bereit dazu sind, mehr zu geben, als wir bekommen. Ohne Berechnung, aus Prinzip. Und das Geben und Nehmen in der Partnerschaft bekommt die Chance, sich zum liebevollen Selbstverständnis zu entwickeln. Statt haarklein gegenzurechnen, was wir leisten, fangen wir an, uns über das, was wir tun und empfangen, zu freuen. Und kommen irgendwann dahin, gerne alles geben zu wollen. Weil zweimal 100 Prozent eben so viel mehr ist als fifty-fifty…

„Irgendein Ziel muss man haben und ansteuern. Es kann nicht der Sinn des Lebens sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen“ Elke Heidenreich


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Jan ist ein echtes Glückskind, solche Leute gibt es, denen einfach alles in den Schoß fällt. Er ist in der perfekten Familie aufgewachsen. Die Eltern waren und sind glücklich miteinander, in ihren Berufen und von Haus aus sehr vermögend. Ihr einziger Sohn hat an einer Privatuni in der Schweiz BWL studiert, ist jetzt erfolgreicher Geschäftsführer einer großen Firma. Als wäre das nicht genug, hatte Jan ausnahmslos Erfolg bei den Frauen. Er konnte jede haben, bis er Thea traf und nur noch sie wollte.