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So kommen Sie gelassen durch die Trotzphase

Es ist ein Graus: Das Kleinkind wirft sich auf den Boden, schreit wie am Spieß und die Nachbarn sind kurz davor, das Jugendamt anzurufen. Und das alles, weil Sie das Käsebrot durchgeschnitten haben, die Lieblingsflasche gerade in der Spülmaschine ist oder Sie es wagten, das Kuscheltier zu waschen. Die Trotzphase ist für Kinder und Eltern gleichermaßen hart. Wie kommt man da bloß durch?

Bei manchen Kindern beginnt es bereits mit einem Jahr, bei den meisten um den zweiten Geburtstag herum: Wutanfälle, Schreikrämpfe, Tränenbäche. Gern mehrfach am Tag. Als Mutter oder Vater steht man etwas ratlos und oft auch ziemlich genervt daneben und fragt sich, ob das jetzt für immer so bleibt. Die gute Nachricht vorweg: Nein, das legt sich wieder (bis zur Pubertät, dann geht der Spaß ziemlich sicher wieder los).

Zunächst: Den Begriff „Trotzphase“ haben wir uns als Eltern abgewöhnt. Es klingt negativ, nach Willen-Durchsetzen und gemeiner Absicht. Und das hat ein Kleinkind nicht. Nennen wir es doch einfach „Autonomie-Phase“: Der kleine Mensch entdeckt die Welt auf eigenen Füßen, nabelt sich ab, und ist dennoch sehr schutzbedürftig, kann seine Wünsche noch nicht formulieren und all das selbst umsetzen, was er oder sie so gerne möchte. Klingt doch gleich viel erträglicher, oder?

Tipps, um diese Attacken zu überstehen:

Cool bleiben

Die Kunst ist, sich von den Emotionen des Spößlings nicht mitreißen zu lassen, sondern Buddha-like in sich zu ruhen und wie ein Fels in der Kleinkind-Brandung zu bestehen. Sie sind der Erwachsene, also bleiben Sie ruhig! Atmen Sie tief ein und aus, zählen Sie gedanklich bis zehn.

Ignorieren Sie Ihre Umgebung

Szenen einer Mutter-Kind-Beziehung: Der Nachwuchs wirft sich in der Supermarktschlange auf den Boden und schreit den ganzen Laden zusammen. Der gesamte Spielplatz glotzt auf Sie und Ihr Kind, weil es brüllt als ginge es um Leib und Leben. U-Bahn-Fahrgäste wechseln das Abteil, weil ihr Kind tobt und wütet. Und Ihnen bricht der Schweiß auf der Stirn aus: Was sollen die Leute denken? Sind Sie eine total unfähige Erziehungsberechtigte? Tanzt Ihnen Ihr Kind auf der Nase herum? Auch wenn es schwer fällt: Es geht hier nur um Sie und Ihr Kind. Sollen die anderen doch denken, was sie wollen. Richten Sie den Fokus auf die Zweierbeziehung statt auf die Umwelt.

Lenken Sie den Schreihals ab

Machen Sie etwas Überraschendes: Mein Sohn war zum Beispiel völlig irritiert, als ich mich vor ihn in unseren Hausflur setzte, auf dem er lag und lautstark herumpöbelte, und Yoga machte. Binnen Sekunden grinste er und der Ärger war (fast) verraucht. Oder nehmen Sie das Lieblingsbuch und lesen Sie laut daraus vor. Oder nehmen Sie den Zwerg mit ans Fenster und zeigen Sie ihm, was draußen auf der Straße gerade Spannendes geboten ist. Klappt nicht immer, ist aber einen Versuch wert.

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Über den Autor/die Autorin

Vitesse Schleinig

Vitesse ist seit vielen Jahren im Auftrag der Liebe beruflich tätig. Ihr privates Glück kam dank Internet zustande: Ihre Beziehung nahm online ihren Lauf. Und noch heute senden sie und ihr Ehemann sich täglich digitale Liebesbotschaften. Mittlerweile sind die beiden zu dritt: Im Mai 2016 kam ihr Sohn zur Welt und stellt seither das Leben ordentlich auf den Kopf.