Das Familienbett – Gefahr oder gesunde Alternative?

Das Familienbett ist nach wie vor umstritten – Gegner kritisieren neben der Gefahr des Erstickens, dass ein Kleinkind durch das gemeinsame Schlafen unselbstständig wird. Doch mittlerweile werden immer mehr Stimmen laut, welche die Vorteile hervorheben.

Es gibt einige Gefahrenquellen im Familienbett, die es tunlichst zu vermeiden gilt. Ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod beim Bed-Sharing ergibt sich ausschließlich bei unbedachtem Verhalten. Wer folgende Risikofaktoren ausschaltet, kann das Risiko für SIDS sogar senken:

1. Die Eltern

Wer im Familienbett schlafen möchte, sollte keinesfalls aktiver Raucher sein, unter Drogeneinfluss stehen oder sedierende Medikamente genommen haben. Auch ein Erschöpfungszustand oder eine Krankheit der Eltern steigert das Risiko des plötzlichen Kindstods im gemeinsamen Bett. Das Problem: Mütter können ihre feinen Antennen nur ausfahren und das Kind beschützen, wenn ihre Sinne unter keinen äußeren Einflüssen leiden. Ist man dahingegen etwa betrunken, steigt die Gefahr, dass man das Baby unbemerkt erdrückt. Auch Epileptiker sollten auf das gemeinsame Schlafen verzichten.

2. Das Bett

Auch was das Bett angeht, gibt es einige Dinge zu beachten. Nicht nur sollte es mit mindestens 200 Zentimetern ausreichend breit sein, darüber hinaus ist die Matratzenhärte ein entscheidender Faktor. Auf einem Wasserbett hat ein Baby nichts zu suchen und auch auf weichen Matratzen oder der Couch steigt das SIDS-Risiko. Ritzen sollten durch Schaumstoffkeile gefüllt sein und am Rand ist ein Rausfallschutz wichtig – denn die Mama sollte zwischen Baby und Papa schlafen. Die Raumtemperatur sollte nicht mehr als 18 Grad betragen. Tipp: Ein Familienbett kann man selbst bauen, um eine besonders große Liegefläche zu erhalten, etwa durch das Zusammenstellen und Verzurren von verschiedenen gleichhohen Betten.

3. Das Baby

Während Kuscheltiere sowie eine eigene Decke und ein Kissen für den Nachwuchs im Familienbett nichts zu suchen haben, sollte das Baby in einem Schlafsack nächtigen und auf dem Rücken schlafen. Auch Deko-Kissen oder andere Störfaktoren sollten aus dem Bett verbannt werden. Instinktiv wird die Mama nachts mit dem eigenen Körper ein Nest um das Kind bilden, um es vor der eigenen Decke zu schützen und zu verhindern, dass das Baby nach unten oder oben rutscht.

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