Ich weiß nicht, wie lange ich noch warten kann

Noch nie habe ich mich von Anfang an mit jemandem so verstanden. Ich nehme an, das ist, was man als Liebe auf den ersten Blick bezeichnet. Was wir in dieser Nacht erfuhren war Magie. Es war eine seltsame Vertrautheit, ein Licht, das so hell war und eine Zuversicht, die alles bisherige in den Schatten stellte. Noch nie habe ich mich bei einem Mann so aufgehoben gefühlt wie bei dir. Sicher und doch so begehrenswert. Wenn ich diese Stunden noch einmal erleben könnte, ich würde es sofort wieder tun. Dieses Gefühl, diese glitzernde Magie. Du bliebst bis morgens um 7:00 Uhr, was für ein Abschiedskuss – auch dieser spukt bis heute in meinem Kopf.

Doch dann nahm das Drama seinen Lauf. Du hast angefangen, mich zu vertrösten, wolltest mich nicht sehen, weil du zu viel um die Ohren hattest, das habe ich auch verstanden. Und ich habe gewartet – aber wer sagt einem, wie lange man warten muss? Ich wollte mehr, ich wollte dich wiedersehen. Wollte wissen, wer du bist und ob mich mein Gefühl auch nicht getäuscht hat. Du hast abgeblockt und irgendwann gar nicht mehr geantwortet.

Da begann ich zu zweifeln, war das alles echt? Du hattest mir zu Beginn gesagt, du stehst drauf, hübsche Frauen zu daten. Das ließ mich nicht los. War ich nur eine Nummer? Einmal gesehen und dann egal? Es ließ mich nicht nur an mir und dir zweifeln, sondern an der ganzen Welt. Ich fühlte mich so betrogen, von dir und der ganzen Welt. So verletzt. Ich wusste, wenn ich diesen Liebeskummer nicht sofort unterdrücke, würde ich daran zerbrechen. Und ich konnte, heute weiß ich nicht mehr wie ich das hingekriegt habe. Aber es ging.

Seitdem habe ich jeden Mann mit dir verglichen. In jedem dich gesucht. Die Monate vergingen und niemand war wie du. Keiner löste in mir das selbe Gefühl aus. Du hast mich nicht losgelassen. Auch nach einem halben Jahr der Funkstille nicht. Immer warst du irgendwie in meinem Kopf. Und dann plötzlich warst du wieder da. Hast mir die süßesten Nachrichten geschrieben, die sich eine Frau nur vorstellen kann. Von Zukunft und der “Einen” hast du geschrieben, von Erklärungen und einem Wiedersehen. Du hast Gefühle in mir ausgelöst, die so stark und unberechenbar waren, dass ich nicht mal mehr atmen konnte.

Du hast gesagt, ich hätte in dir das selbe Gefühl ausgelöst wie du in mir. Also war es vielleicht wirklich dieser eine Moment. Dieses Märchen von Liebe auf den ersten Blick. Und es war so groß. Als du mir plötzlich wieder geschrieben hast, war dieses Gefühl wieder da. Alle Schmetterlinge, das Grinsen und das Ziehen im Bauch. Die Zuversicht und diese funkelnde Magie. Und dann. Nichts. Hingehalten. Wieder. Seither warte ich auf ein Treffen, das Treffen in dem du alles erklären wolltest. Es sind jetzt Monate vergangen.


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