Herz oder Verstand? Ich weiß nicht weiter

Wo die Liebe hinfällt, lässt sich nicht steuern. Die anonyme Autorin dieses Briefes hat sich entschieden, bei ihrem Partner zu bleiben und sich nicht der Versuchung hinzugeben. Ein schmerzhafter Kampf zwischen Herz und Verstand

Auf einmal sah ich dich, du, der Kellner an der Bar und ich ein Hotelgast. Es war der erste Urlaub alleine mit meiner Schwester. Wir wollten uns ein paar schöne Tage auf der Insel machen, ein bisschen feiern und relaxen. Mit einer Begegnung wie dieser habe ich nicht gerechnet. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich glücklich vergeben und nichts hätte zwischen mich und meinen Partner kommen können, aber mit dir war es anders. Ich dachte an dich, stellte mir vor, dich zu küssen und abends suchte ich deine Nähe, indem ich den ganzen Abend an der Bar verbrachte. Ich habe sogar daran gedacht, einen Zettel mit meiner Nummer, an dich adressiert, an die Bar zu legen – in der Hoffnung, du wärst neugierig und würdest dich melden. Der Zettel war vorbereitet, aber ich ließ es.

An meinem letzten Abend habe ich mich jedoch endlich getraut, dich anzusprechen und wir kamen ins Gespräch, was dazu führte, dass du mich und meine Schwester nach deinem Schichtende auf unsere geplante Party begleiten wolltest. Vorher habe ich dir noch den Zettel mit meiner Nummer zugesteckt und du gabst mir deine. Ich konnte mein Glück kaum fassen und nachdem du uns noch einen Drink ausgegeben hast, ging es los Richtung Disco. Meine Schwester fand schnell Anschluss und dann passierte es. Unser erster Kuss. Ich war wie in Trance und konnte nicht glauben, was passiert und in diesem Moment vergaß ich meinen Freund komplett. Wir beschlossen, die Disco zu verlassen und Richtung Strand zu gehen, wo wir uns immer wieder innig küssten und umarmten. Die Zeit verging wie im Flug, aber es müssen Stunden gewesen sein. Es war unglaublich romantisch und ich war ein bisschen verknallt.

Für den nächsten Tag, meinen letzten Urlaubstag, verabredeten wir uns zum Mittagessen. Du ludst mich in ein schickes Restaurant ein. Nach dem Essen gingen wir in einen schönen Park in der Nähe, um unsere letzte gemeinsame Stunde zu genießen. Wir küssten und umarmten uns wieder innig, bis wir uns auf den Weg zurück ins Hotel machten, wo ich mit dem Transfer zum Flughafen abgeholt wurde und du schon bald wieder zur Arbeit musstest. Der Abschied war schwer, aber wir versprachen uns, in Kontakt zu bleiben. Du wolltest mich sogar in Deutschland besuchen kommen, sobald die Saison im Oktober vorbei wäre. Eine schöne Vorstellung, aber ich dachte mir nichts weiter dabei.


Weitere interessante Beiträge