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Daran glaube ich. An uns

Eifersucht. Ungewissheit. Fernbeziehungen sind eine Herausforderung. Aber Liebe kennt immer einen Weg. Ein Leserbeitrag von Jeanine Gensler

Ich dachte immer, mir würden Fernbeziehungen nichts ausmachen. Wenn man genügend Kontakt hätte und eine gute Beziehung führt, würde das schon gehen. Was habe ich mich überschätzt. Ich leide wie ein Hund. Und das, obwohl wir uns nie länger als 23 Tage (ja, ich zähle jeden einzelnen mit) nicht sehen. Fernbeziehung bedeutet Kontrollverlust. Kontrollverlust bedeutet Unsicherheit. Und meine Unsicherheit mündet in Verlustangst. Ich male mir die unrealistischsten Schreckensszenarien aus, was du dort, im Land wo der Käse wächst, alles anstellen könntest.

Leider bin ich ein Mensch, der von Natur aus zu viel denkt. Und ein Mensch, der noch so abgelenkt sein kann und trotzdem nebenbei genug Zeit zum Gedankenkarussell fahren hat. In solchen Momenten ist die Fähigkeit des Multitaskings wirklich negativ. Von „du könntest jemand besseren finden“ über „du könntest etwas mit deiner Mitbewohnerin anfangen“ bis zu „du könntest schlicht und einfach vergessen, dass ich deine Freundin bin“, ist alles dabei. Auch wenn ich in klaren Momenten weiß, dass das wohl ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist, kann ich mich in diese Ängste hineinsteigern. Und ja, ich bin emotional genug, dass ich dir meine Gedanken mitteile. Das ist nicht unbedingt klug − und trotzdem kann ich nicht anders.

Wenn ich regelmäßig darüber nachsinne, was du wohl gerade tust, weil dein Internet ja nicht mal richtig in der Wohnung funktioniert, halte ich es irgendwann nicht mehr aus und schleudere dir meine Ängste entgegen. Diese Befürchtungen sind nicht unbedingt realistisch, aber trotzdem da. Die räumliche Distanz macht mich oft fertig. Ich weiß nicht weiter und du bist nicht bei mir, um mich zu beruhigen. Das Vermissen wird dann so übermächtig, dass ich Streit beginne und dir das alles an den Kopf werfe, als wäre irgendetwas davon schon passiert. Zum Glück lässt du dich nie wirklich darauf ein. Bist tiefenentspannt und nimmst mich in diesen Situationen nicht ernst.

Ich bin froh, dass du so bist, wie du bist. Wie wäre es denn auch, wenn du genauso impulsiv und emotional reagieren würdest? Ich bin froh, dass du mich gut genug kennst, um zu wissen, wann man mich und meine selbstgemachten Horrorgedanken besser ignoriert. Du wischst meine Ängste mit einem Augenrollen beiseite und holst mich auf den Boden der Tatsachen zurück.

Selbst wenn ich gerne mehr Bestätigung bekommen würde, wenn ich mir manchmal wünsche, dass du mir meine Unsicherheit nimmst, reagierst du doch meistens genau richtig. Indem du mich nicht gehen lässt, zeigst du mir, dass ich bleiben soll. Indem du meine Ängste nicht ernst nimmst, zeigst du mir, dass sie keinerlei Daseinsberechtigung haben. Du bist mein Fels in der Brandung, wenn ich mal wieder auf dich zurausche. Niemand ist perfekt. Du nicht und ich auch nicht. Aber vielleicht sind es gerade unsere zwei Unperfektheiten, die uns zusammen perfekt werden lassen. Und daran glaube ich. An uns.

Sie möchten uns Ihre Erlebnisse erzählen? Wir freuen uns darauf und veröffentlichen vielleicht als nächstes Ihre Love Story. Hier können Sie uns Ihre Liebesgeschichte senden.

P.S.: Tipp- und Grammatikfehler korrigieren wir für Sie mit größter Sorgfalt. Größere Veränderungen werden wir aber natürlich nur nach vorheriger Absprache mit Ihnen vornehmen. Mit der Veröffentlichung des Beitrag stimmen Sie unserer Autorenvereinbarung zu.

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