An den Mann, der mich nie gebeten hatte zu bleiben

Ja, nein, vielleicht? Sie hat ihm ihr Herz geschenkt, aber er hat trampelte darauf herum. Unsere anonyme Autorin hat ihrem Ex einen letzten Brief geschrieben

Wir lernten uns über eine Dating-App kennen. Vom ersten Tag an war ich völlig verzaubert von Dir. Wir beiden wollten genau dasselbe. Eine feste Beziehung, die auf Respekt und Vertrauen basiert. Ich lernte Dich von Tag zu Tag als einen liebenswerten, reifen, bodenständigen und bedachten Mann kennen und nach sechs Monaten auch lieben. Neben meiner 45 Stunden Arbeitswoche, Examensvorbereitung und Fitness habe ich jede andere freie Minute, Energie und Liebe in Dich investiert.

Ich ließ Dich von Beginn an wissen, was ich über Dich dachte und fühlte, da ich in Dir die große Chance sah, den „Einen“ gefunden zu haben. Ich fuhr so oft wie möglich zu Dir, da Du eine eigene Wohnung hattest und ich in einer WG lebte. Ich fühlte mich so wahnsinnig wohl in Deiner Nähe, jedoch hast Du mich nie gebeten zu bleiben. Zudem hast Du mir nach und nach immer weniger körperliche Nähe geschenkt und ich erhielt nur noch einen flüchtigen Kuss und eine kurze Umarmung zur Begrüßung. Nicht ein Mal ein „Ich mag Dich“, obwohl ich Dir Tag für Tag, meine volle Liebe, Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit schenkte.

Irgendwann fragte ich mich, ob es bei frisch Verliebten nicht eigentlich anders laufen sollte. Sollte man nicht den anderen nicht mehr gehen lassen und ihn ständig um sich haben wollen und nicht ständig seine körperliche Nähe suchen? Ich wollte all dies so sehr mit Dir, doch Du hast es nie zugelassen. Das bedrückte mich so sehr, dass ich eines Abends voller Mut und Emotionen mit Wünschen und Bedürfnissen in unserer Beziehung auf Dich zukam. Und das war das bittere Ende einer wundervollen Begegnung.


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