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unerhört: Er hat sein Versprechen gebrochen

Unsere Themen in dieser Woche: Ich war zwei Jahre lang eine Affäre. Und: Bin ich zu eifersüchtig?

Frage:
Er ist zurück zu seiner Partnerin gegangen. Soll ich um ihn kämpfen?

Vor zwei Jahren habe ich bei der Arbeit einen Mann kennengelernt. Schnell entwickelte sich eine sehr intime Freundschaft. Er war damals noch in einer Beziehung, die bereits drei Jahre gehalten hat. Davon erfuhr ich erst nach einer Weile, doch da war es schon zu spät für mich, ich hatte mich verliebt. Er versprach mir, schnellstmöglich seine Partnerin zu verlassen. Nun sind zwei Jahre vergangen, richtig zusammen waren wir nie, denn sein Versprechen hat er nie wirklich eingelöst, da er mit sich selbst viele Probleme hatte. Jedoch war unser Verhältnis sehr ähnlich einer Beziehung. Oft habe ich versucht eine Entscheidung von ihm zu bekommen, aber dies endete immer in hitzigen Diskussionen. Jetzt sagte er, seine Liebe für mich sei nicht mehr so stark wie früher. Außerdem sei da ja noch seine Partnerin und er wisse nicht, wie er seine Gefühle zuordnen kann. Da wir auch zukünftig miteinander arbeiten, lässt sich ein Kontakt nicht vermeiden. Auch hat er gesagt, er wolle auf jeden Fall befreundet bleiben. Nun weiß ich nicht, was das Beste ist. Sollte ich versuchen, seine Gefühle zurück zu erlangen und wenn ja, wie? Wie kann ich damit umgehen, dass es jetzt einfach vorbei ist? Und wie soll ich mit unserer Freundschaft umgehen? Soll ich vorerst Kontakt vermeiden? Ich liebe ihn vom ganzen Herzen und möchte wissen, ob er es wert ist, zu kämpfen.

bzw. Antwort:
Wollen Sie wirklich einen untreuen Mann als Partner?

Was Sie beschreiben, ist leider nicht ungewöhnlich für den Verlauf einer Affäre. Ihr Partner erlebte möglicherweise in seiner Beziehung ein nachlassendes Interesse. Das geschieht statistisch gesehen nach einigen Jahren, wenn die anfängliche Verliebtheit der Vertrautheit weicht. In dieser Zeit entscheidet sich meist, ob ein Paar zusammenbleiben wird und gemeinsam die Beziehung auf die nächste Stufe stellen kann, die sich aus Geborgenheit, Vertrauen und Fürsorge speist – oder ob der Wunsch nach Neuem, nach Spannung, nach Unentdecktem größer ist. Aktuelle Studien wollen einen Zusammenhang zwischen dem Botenstoff Dopamin und der Bereitschaft für Affären gefunden haben. Sicher ist, Domamin macht mutig, neugierig und Menschen dadurch anziehend. Untreue selbst ist aber wohl eher eine Charakterfrage.

Worauf ich hinaus möchte: Ihr Partner hat seine langjährige Partnerin lieber betrogen als mit ihr die Probleme in seiner Beziehung zu klären. Stattdessen suchte er neue Erfahrungen mit einer anderen Frau. Nach einigen Jahren scheint aber die Affäre ebenfalls nicht mehr so aufregend zu sein und er zieht sich zurück. Ich kann über die Gründe Ihres Partners nur spekulieren. Doch Sie wissen mehr über ihn und ich möchte Ihnen ans Herz legen, sich einige Fragen zu stellen:

  • Weshalb denken Sie, könnten Sie jemandem vertrauen, der sein Versprechen nicht gehalten hat?
  • Wie können Sie sicher sein, dass er nicht auch in einer Beziehung mit Ihnen, eine Affäre beginnen würde?
  • Lieben Sie wirklich ihn oder nicht vielleicht doch das Bild von ihm, das Sie sich gemacht haben?
  • Worin unterscheidet sich das Bild eines vertrauenswürdigen, liebevollen Partners, mit dem Sie glücklich eine monogame Beziehung führen können, von diesem Mann?

Zum Liebeskummer gehört eine Phase der Verleugnung und der Hoffnung, dass alles wieder gut werden würde. In erste Linie sollten Sie nun an sich denken und nicht an die Person, die sich von Ihnen abgewandt hat. Erobern Sie sich den frei gewordenen Raum zurück, nutzen Sie ihn für sich selbst und nehmen Sie sich wichtiger. Von Klienten weiß ich, dass ihnen das Buch „Goodbye Herzschmerz!“ von Elena Sohn sehr geholfen hat.

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Frage:
Ich bin eifersüchtig auf seine Sport-Partnerin

Mein Verlobter ist seit einigen Monaten in einer Tennis-Gruppe, in der Männer und Frauen spielen. Mit einer dieser Frauen schreibt er sich jetzt fast täglich privat – und auch deutlich privater als mit den anderen aus der Gruppe. Ich habe ihn darauf angesprochen und er meinte, da sei nichts weiter, er spiele nur gerne Tennis mit ihr. Aber ich denke, dann schreibt man nur mal „Hey heute wieder Lust auf Tennis?“ und nicht mehr. Er sagt, er liebt mich und möchte mich nächstes Jahr heiraten, aber ich bin total verunsichert. Soll ich ihm die Freiheit geben, oder bin ich zu recht eifersüchtig? Ich habe ihm schon gesagt, versetze dich mal in meine Lage, wenn ich täglich mit einem fremden Mann schreiben würde. Wie würdest du dich fühlen? Er meinte, wenn es nur schreiben ist, hätte er nichts dagegen. Er sagte, er möchte nichts von der Frau, ich bin aber trotzdem eifersüchtig. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll und fühle mich echt schlecht.

bzw. Antwort:
Aus freundschaftlichen Kontakten können Affären entstehen

Sie sind verunsichert, ob zurecht oder nicht – das kann und will ich nicht beurteilen. Sie fühlen sich aber mit der aktuellen Situation sehr schlecht und das ist keine Frage der Berechtigung. Ich denke, Ihr Partner sollte ein Interesse daran haben, dass es Ihnen gut geht. Dagegen steht sein Bedürfnis nach Kontakten und Kommunikation mit Menschen außerhalb Ihrer Beziehung – auch das ist keine Frage der Berechtigung und er muss dafür nicht um Erlaubnis bitten. Doch dazwischen gibt es eine Menge Raum und in jeder Partnerschaft sollte dieser Raum immer wieder neu verhandelt werden, um sicherzustellen, dass beide Partner sich wohl fühlen können. Aus freundschaftlichen Kontakten können Affären entstehen – wenn diese Kontakte eine Exklusivität erlangen, die in der Partnerschaft fehlt. Also, würde sich Ihr Partner mit seiner Tennis-Partnerin über Themen unterhalten, die er mit Ihnen nicht besprechen kann. Nach meiner Erfahrung ist das Ausschließen des Partners bei persönlichen Themen die Grenzüberschreitung, die eine Beziehung belasten kann.

Womit Sie nicht weiterkommen ist ein Vergleich von Ihrem Verhalten und seinem in einer solchen Situation. Würde er wie Sie empfinden, hätten Sie diesen Konflikt nicht, deshalb bringt Sie das nicht voran, sondern sorgt nur für Auseinandersetzung. Sie erleben diese Situation unterschiedlich – jetzt müssen Sie verhandeln, wie Sie beide Ihre Wünsche und Bedürfnisse erfüllt bekommen, ohne sich gegenseitig zu verletzen. Es gibt dabei kein gut oder schlecht – es gibt nur Verhaltensweisen, die verletzen. Was bei einem Paar super funktioniert, muss beim anderen nicht ebenso funktionieren. Deshalb kann ich Ihnen keine Wertung geben, die sagt: Sie haben Recht oder Ihr Partner hat Recht. Verhandeln Sie miteinander über die Grenzen der Außenkontakte. Machen Sie Vorschläge, was er tun kann, um Ihnen Sicherheit zu geben – ohne dass er auf diese Kontakte verzichten muss. Seien Sie bereit, ihm irgendwo entgegen zu kommen. Gibt es Anhaltspunkte, dass Ihr Partner nicht vertrauenswürdig wäre, dann sprechen Sie diese konkret an. Sagen Sie, welche Verhaltensweise Sie verunsichern.

Wir haben zum Thema Eifersucht zahlreiche Artikel veröffentlich. Vielleicht finden Sie in einem davon Tipps, die Sie selbst ausprobieren möchten oder einige hilfreiche Gedanken.
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Sie haben auch Fragen? So erreichen Sie uns:

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Über den Autor/die Autorin

Eric Hegmann

Liebe macht glücklich. Unser CLO (Chief Love Officer) verantwortet die redaktionellen Inhalte von beziehungsweise. Eric Hegmann ist Autor zahlreicher Bücher rund um Partnerschaft und Partnersuche und berät Singles und Paare. Arbeitsschwerpunkte: Bindungsangst und Verlustangst ( Beziehung mit Narzissten , emotionale Abhängigkeit), Beziehungsunfähigkeit sowie Streit- und Kommunikationskultur von Paaren (Sprache der Liebe). Der Wahlhamburger ist verheiratet und lebt und arbeitet seit 25 Jahren neben der berühmtesten "Liebes-Meile" der Welt: der Reeperbahn.