Vorsicht bei diesen Beziehungs-Typen!

Wenn es um die Liebe geht, so sollte man ja eines bekanntlich nicht tun; nämlich dieses fragile Wunder zwischen zwei Köpfen, Herzen und Körpern in eine Schublade zu stecken, findet unsere Gastautorin Julia Malz

Betrachtet man allerdings die Beziehungen um sich herum, zieht die Linse einmal näher auf die eigenen, die bereits vergangen sind und beschaut sich darüber hinaus das vorhandene Techtelmechtel-Repertoire aus Literatur und Film, dann drängen sich doch ein paar Kategorien auf. Zumindest wenn man, wie in meinem Fall, ein Analyse-wütiges Mädchen auf dem Höhepunkt einer Sinn- und Liebeskrise ist. Aus Fehlern soll man ja bekanntlich lernen und wenn man sich am Ende des Tages doch dazu entscheidet, sie noch einmal zu begehen, dann sollte man zumindest seine Lektion im Schlafe auswendig herunterbeten können.

Die Beziehung ist nun also vorbei, die Flasche Rotwein bereits um 18 Uhr ausgetrunken und das gesamte Repertoire an sinnigen Lebensweisheiten per Nachricht an den gesamten Freundeskreis verschickt worden. Es ist Zeit für la grand detaillée, die große Auflistung, auf welchen der verflossenen Typen man sich auf keinen Fall noch einmal einlassen sollte. Und falls doch, wie man seinen Meister im Umgang mit ihnen macht.

Diese Liste beansprucht in keinem Fall Vollständigkeit und ist nach Belieben für die Dauer eines Liebeslebens zu ergänzen.

Nummer 1: Der Frischgetrennte

So bezaubernd zerbrechlich, so wunderbar aufgewühlt, so unendlich verletzt und so verflucht unberechenbar. Man kennt den Deal schon zu Beginn der Reise – da ist jemand aus seinem alten Leben gestolpert und zieht einen Rollkoffer an geplatzten Träumen und Lebensentwürfen hinter sich her. Nun steht man da als schöne Fee, die Leichtes und Unverbrauchtes auf sein Leben streut. Hier sind Vorsicht und Geduld geboten, denn auf dem Weg zu einem neuen Wir sind ein paar Stolperfällen ausgelegt, die da heißen: alte Liebe, offene Wunden und eine Menge ‚Jetzt-geht-es-endlich-mal-wieder-nur-um-mich‘ im Gepäck. Und am Ende kann man noch nicht einmal behaupten, man hätte das alles nicht gewusst.

Nummer 2: Der ewige Cowboy

Dieser verflucht eigenständige und maximal entspannte Lebemann scheint auf der Welt nichts anderes zu brauchen als ein paar gute Freunde, sein Leben, wie es ist, bisweilen eine nette Party und Abwechslung im Bett. Ansonsten ist er ein großer Verfechter seiner geliebten Ruhe im Karton, ist beinahe verstört, wenn es um Themen wie Bindung und das Übermorgen geht und ersetzt ein ‚Wir sind zusammen‘ regelmäßig durch ein ‚Wir sehen uns gerade gern‘. Entweder man teilt die Sicht der Dinge und hat eine grandios-unverbindliche Episode, deren Ende lange offen bleibt oder ertrinkt bei dem Versuch, in diesem Meer männlicher Pippi-Langstrumpf-Mentalität einigermaßen auf klarem Kurs zu bleiben. Meistens gilt: there will be tears. Und das sind nicht die seinen.

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