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Ein Liebesbrief

Mein schönes Gegenüber. Lange kenne ich Dich noch nicht. Ich habe eine Ahnung von Dir und diese Ahnung ist wundervoll. Denn mit welchen Wünschen ich sie auch gefüllt habe, mit welchem Hoffen, Du hast mich jedes einzelne Mal überrascht, weil Du mein Hoffen übertroffen hast

Wo Du wohl all die Jahre warst, frage ich mich. Die Jahre, in denen ich mir so unzählige Male ein ansehnliches Veilchen geholt habe, bei dem Wagnis, das wir Liebe nennen. Die Monate, in denen ich die Tage auf dem Kalender nur herunter gezählt habe, wie ein Countdown, der in zähe Leere läuft. Wo warst Du all die Wochen, die einander sämtlich glichen, weil ich sie mit Dingen gefüllt habe, die nur der Zerstreuung von der Tatsache dienten, dass ich sie allein bestritt. Die Tage, die ich wartend an die Decke starrte und Gedanken sortierte, ohne zu wissen, auf was ich eigentlich wartete. Die Stunden, in denen ich in der Nacht endlos die Scheinwerfer gezählt und nach Schritten gelauscht habe, die doch nicht an meiner Tür endeten.

Du warst schon da. Da draußen, in der weiten Welt. Und eines schönen Abends haben wir uns beide auf den Weg gemacht, jeder für sich. Wir haben uns die Schuhe angezogen, die Schlüssel eingesteckt. In der Erwartung, alte Freunde zu sehen und in der Hoffnung, ein wenig Spaß zu haben, an eben jenem Abend. Mit allem habe ich gerechnet, aber nicht mit Dir. Nicht mit Deinen Augen. Nicht mit Deinem Lachen. Nicht mit Deiner Stimme. Nicht mit diesem Kuss. Nicht mit diesem wunderschönen Päckchen aus Frechheit, Witz und Charme.

Das Wundervollste an dieser Begegnung ist die Tatsache, dass Du noch da bist. Dass Du nicht vorbeigezogen bist, wie ein Sommerregen, der sich auf heißen Steinen in feinem Nebel löst. Wir haben in den ersten Stunden eine feine Schnur gespannt. Geflochten aus den ersten Sätzen, den ersten Albernheiten, dem ersten Kuss, der ersten Nacht. Noch haben wir sie nicht losgelassen. Wir halten sie in den Händen, jeden Morgen und jeden Abend. Haben sie um unsere Handgelenke gebunden, wie den Ballon, den man nicht fliegen lassen will. Und dafür danke ich Dir.

Ich danke Dir für den unglaublichen Instinkt, mich abzuholen, wenn die Zweifel wieder mit mir Karussell fahren. Für die Sicherheit, die wächst, mit jedem Gruß an meinem Morgen und jedem guten Wunsch für meine Nacht. Für das Vertrauen, dass Du als Vorschuss in etwas investierst, dass Du noch gar nicht kennen kannst. Ich danke Dir für die Großartigkeit der Tatsache, dass Du mich durch den Tag tanzen und durch die Nacht fliegen lässt.

Wo Du wohl all die Jahre warst, frage ich mich. Doch wenn sie nur dazu dienten, dass Du der geworden bist, der Du heute bist, dann war es diese Zeit wert. Und wenn sie nur dazu dienten, dass ich erkennen konnte, wer Du bist.

Wenn ich nun wach bin in der Nacht, die Scheinwerfer zähle und auf die Schritte draußen lausche, dann enden sie vor meiner Tür. Dann weiß ich: Du bist endlich da. Und mache einen neuen Knoten in die feine Schnur an meinem Handgelenk.

Ich küsse Dich. Die Deine.

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Über den Autor/die Autorin

Julia Malz

Julia Malz zog es 2001 aus dem Rheinland an die Elbe. Im neuen Heimathafen Hamburg schreibt sie seit 2009 als freie Journalistin und Autorin für Kunst-, Kultur- und Wirtschaftsformate. Die Inspiration für ihre Texte zieht sie aus der Literatur, dem schönen Leben und natürlich dem Wunder, das wir Liebe nennen.