Der Mythos des Suchens

Warum suchen wir nach unserer besseren Hälfte? Und wen suchen wir? Bereits Aristophanes hat sich mit dieser Frage befasst und eine herzzerreißend schöne Antwort darauf gefunden

Früher habe es drei Geschlechter von Menschen gegeben. Das männliche Sonnen-Geschlecht und das weibliche Erd-Geschlecht. Aber auch das heutzutage unbekannte, aus beiden zusammengesetzte Geschlecht des Mondes. Damals gab es also Mann-Männer, Frau-Frauen und Frau-Männer.

Diese waren kugelförmig, um ihren Erzeugern, den Himmelskörpern, zu gleichen. Mit vier Händen. Vier Füßen. Und zwei Gesichtern. Ihre Gesichter waren entgegengesetzt zueinander, daher konnten sie sich niemals sehen. Sie waren stark und schnell und wurden in ihrem himmelstürmenden Hochmut selbst den Göttern der Antike gefährlich. So zumindest berichtet Aristophanes in Platons fiktivem literarischen Werk “Symposion” über die Kugelmenschen.

Zur Strafe, dass sie sich einen Weg in den Himmel bahnen wollten, zerschnitt der Göttervater Zeus jeden Kugelmenschen in zwei Hälften. Seitdem beschreiten beide Teile aufrecht auf zwei Beinen getrennt voneinander ihre Wege. Immer in Sehnsucht danach, sich mit dem jeweils anderen Teil wieder zu vereinen. Dieser Drang der zwei Hälften, sich zu vereinen, wird Liebe genannt.

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