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Beim neuen Partner wird alles anders. Oder?

Man rutscht nicht einfach so in eine toxische Beziehung. Es passiert, weil man selber nicht mit sich im Reinen ist. Jonathan Bern teilt mit uns die Geschichte einer Trennung. Wann ist es Zeit, nach vorne zu schauen?

Meine letzte Beziehung ist gescheitert, aber das Leben geht weiter. Wir hatten uns zu oft gegenseitig verletzt, wenn auch nicht lebensbedrohlich. In meinen Augen ist für mich ein besonderer Mensch „gestorben“. Die Zeit der Trauerarbeit sollte aber irgendwann vorbei sein. Das sinnvollste, das ich tun kann, ist aus dieser Erfahrung etwas zu lernen, um – wenn möglich – Fehler nicht zu wiederholen, um mit der Vergangenheit abzuschließen, um auf einen Neubeginn zu hoffen. Paare trennen sich, Paare finden sich. Das ewige Karussell dreht sich weiter. Ich bleibe für eine Weile am Rand stehen und schaue einfach zu. Durchatmen.

Meine Ex fühlte sich befreit und wollte konsequent bleiben. Sie hatte sich endlich von mir lösen können und sehnte sich nach neuen Erfahrungen. Sie wollte die Altlasten hinter sich lassen. Ich gehörte auch dazu. Ich wusste, dass sie nicht lange allein bleiben würde. Damit kam sie nicht zurecht und ein neuer „Prince Charming“ tauchte immer rechtzeitig auf. Wie ich später erfuhr, hatte sie ihn schon während der Beziehung angeflirtet, auch wenn es sich in ihren Augen nur um ein harmloses Spiel gehandelt hat. Im Nachhinein habe ich mich gefragt, warum ich nicht genau hinschauen wollte. Meistens reicht es, die Puzzle-Teile zusammenzuführen und man findet eine plausible Erklärung.

Gefangen in der eigenen emotionalen Abhängigkeit

Meine Bilanz sieht düster aus. Drei Jahre on/off, einige wundervolle Ups und viele heftige Downs. Es gab keinen richtigen Anfang, da meine Ex-Freundin sich von ihrem damaligen Lover nicht endgültig trennen konnte. Jeder war gefangen in seiner eigenen emotionalen Abhängigkeit. Man schließt lieber die Augen vor der bitteren Realität, um nicht in ein tiefes Loch zu fallen. Aus Blindheit versuchte ich, bis zur totalen Erschöpfung zu kämpfen. Was mich aber in Wirklichkeit antrieb, war die Angst vor der Einsamkeit. Jede Demütigung akzeptieren, nur um nicht verlassen zu werden. Man rutscht nicht einfach so in eine toxische Beziehung. Es passiert, weil man selber nicht mit sich im Reinen ist.

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Über den Autor/die Autorin

Jonathan Bern

Jonathan Bern ist teils in Deutschland und teils in Frankreich aufgewachsen. Seine Wahlheimat bleibt Nizza, wo er mit 17 auf die merkwürdige Idee kam, einen Magister in Germanistik zu machen. In dieser Zeit schrieb er einen Artikel für die renommierteste französische Zeitung "Le Monde" und beschloss Journalist zu werden. Die Zeitung, bei der er einen Job fand, musste nach einem Jahr Konkurs anmelden und so landete er bei einer Airline, um seine Miete zu zahlen. Seitdem träumt er davon, irgendwann ein Buch zu schreiben..