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Intimität? Reicht mir nicht!

Ein anregendes Liebesleben spielt eine wichtige Rolle im Leben unserer anonymen Gastautorin. Intimität ist ihr zwar auch wichtig, aber eben nicht alles

Wenn ich mich mit meinen Mädels zum Cappuccino trinken in unserem Lieblingscafé treffe, kommen wir schnell, na klar, auf das Thema Männer zu sprechen. Wir tratschen über Jennys flüchtige Date-Bekanntschaften (kaum einer schafft es bei ihr in die zweite Runde) oder analysieren wortreich Sibels Fast-Beziehung (die schon zwei Jahre andauert). Stundenlang können wir das tun und uns wird dabei eigentlich nie langweilig. Es macht Spaß, über das andere Geschlecht zu reden (und auch ein wenig zu lästern). Aber irgendwie kommt mir da nach solchen Treffen immer so ein Gedanke: Wir reden viel um den heißen Brei herum.

Jenny, Sibel und die anderen sind inzwischen echte Profis darin, sich Beziehungen und Flirts auszumalen, die noch besser sind als das schönste Hollywood-Märchen. Was sie eigentlich wollen, unterstelle ich einfach mal, ist Intimität. Das ist ein echt fieses Wort, Intimität, denn es klingt ziemlich gut und verlockend, aber, wenn ich mal richtig darüber nachdenke, weiß ich immer gar nicht mehr so genau, was damit gemeint ist.

Ich will etwas anderes als meine Mädels

Intimität kann wohl nur dort entstehen, wo sich zwei Menschen wirklich aufeinander einlassen. Wo schon Vertrauen besteht oder wenigstens eine Vorstufe davon. Wo zwei Menschen zumindest die Möglichkeit sehen, dass das, was sie da gerade „miteinander haben“, eine Zukunft haben könnte. Intimität zuzulassen ist ein Geständnis und macht verletzlich. Intimität ist immer mehr als reiner Bettsport. Ich glaube, etwas in der Art ist mit Intimität gemeint.

Direkt aussprechen tun das Jenny und Co. aber nicht. Und auch ich spreche eine Sache nur ganz selten offen aus: dass ich nämlich etwas ganz Anderes will als sie. Ich will ehrlichen, reinen Sex.

Ich will mit ihm auf der perfekten Welle surfen

Es soll rappeln im Karton und ich will dadurch so entrückt sein, dass ich tagelang keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, weil ich ständig schon an das nächste Mal mit ihm denken muss. Er soll mich an meine Grenzen bringen und mir dadurch zeigen, wer ich bin. Es soll sich wie eine Wildwasserfahrt im Zweier-Kajak anfühlen, die mich durchschüttelt und völlig lebendig sein lässt. Oder wie das Surfen auf der perfekten Welle. Ich will völlig im Moment sein und über rein gar nichts mehr nachdenken – nicht über die Zukunft, wie ich ihn an mich binden kann, wie er mich als Mensch findet usw. …

Natürlich habe ich nichts gegen intime Beziehungen, wirklich nicht! Aber in meiner gegenwärtigen Lebensphase sind sie mir nun einmal nicht so wichtig. Ich bin Mitte 20, bald fertig mit meinem Studium. Danach wartet das Arbeitsleben auf mich, vielleicht noch ein Ortswechsel. Kurz: Ich weiß einfach nicht, wie mein Leben in einem Jahr aussehen wird. Aber eines weiß ich ganz sicher: Ich bin eine junge Frau und ich habe nun mal meine Bedürfnisse. Ja, ich möchte halt noch Erfahrungen sammeln und mich ausprobieren. Und irgendwie, glaube ich, wäre eine Beziehung, die vor allem auf Intimität abzielt, gerade nicht das Richtige für mich.

Ich erwarte, dass er mich führt

Ich nenn das für mich selbst immer so: Ich will mich weiblich fühlen, ich will vom Mann ganz und gar als Frau gesehen und angenommen werden, mit allem, was dazugehört. Ich erwarte von ihm, dass er weiß, was er will und mich im Bett führt (was nicht heißt, dass ich ihn dabei nicht subtil beeinflusse!), dass er mich nicht wie eine Puppe behandelt oder seinen „Goldschatz“, sondern als eine leidenschaftliche, begehrenswerte, verletzliche, liebevolle, sehnsüchtige, manchmal widerspenstige, immer aber hingebungsvolle Frau, die sich bei ihm nicht schämen muss, wenn sie sich einfach fallenlässt, um mit ihm der schönsten Nebensache der Welt nachzugehen. Dafür darf er nicht zu „weich“ sein, denn dann verhindern seine Hemmungen, Unsicherheiten und Ängste, dass ich mich wirklich ganz weiblich fühlen kann.

Ich bin nicht aus Zucker! Viele Männer unterstellen mir das aber scheinbar und behandeln mich entsprechend. Warum stellt es für mich kein Problem dar, Intimitäten auch außerhalb „intimer Beziehungen“ auszutauschen, wenn die Chemie stimmt? Weil ich weiß, was mir ehrlicher, reiner Sex gibt! Mir fehlt dann, in diesem Moment, nichts. Ehrlich!

Manchmal war es einfach einschläfernd langweilig

Manche Männer haben diese wunderbare Sache eine Zeitlang mit mir gehabt (die Hormone waren da noch so richtig am wirken). Und dann, wie aus dem Nichts, kam da so eine blöde Weggabelung und sie haben sich für den „Weg der Intimität“ entschieden. Im Bett war’s dann zwar immer noch okay, aber irgendwie fehlte mir da eben eine Art Ehrlichkeit. Vielleicht ist das das völlig falsche Wort. Ich versuche das mal anders auszudrücken: Alles war plötzlich gefiltert durch das übergeordnete Ziel einer festen, stabilen, berechenbaren Beziehung. Das war schön, aber irgendwie auch verdammt bequem. Und manchmal einfach einschläfernd langweilig. Sorry, Jungs! Irgendetwas ist mir dabei abhandengekommen, das ich einfach brauche, um glücklich zu sein.

Vielleicht bin ich eine untypische Frau, aber ich glaube wirklich fest daran, dass ich meinen nächsten Partner (wann auch immer ich ihm über den Weg laufen werde) nur dann voll und ganz, als Frau, werde lieben können, wenn er mir „praktisch“ zeigt, dass die oben angesprochene Weggabelung eine Lüge und beides – ohne Abstriche! – miteinander vereinbar ist.

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