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Wie macht man Schluss – mit befreundeten Paaren?

Nicht nur Liebesbeziehungen können ihr Verfallsdatum überschreiten: beziehungsweise-Autorin Christiane Mieth über das zähe Ende einer Pärchen-Freundschaft

Normalerweise sind Pärchen-Dates ja genau mein Ding – die Jungs können über Fußball quatschen und wir Mädels über Germany’s Next Topmodel. Gleichzeitig geht keine Quality Time mit dem Liebsten verloren, sondern wir haben beide unseren Spaß – sind zusammen und mit lieben Freunden unterwegs. Solange die Freunde lieb sind. Und man wirklich seinen Spaß hat …

Das Pärchen des Grauens

Sie war eine Freundin aus meiner Studienzeit, mit der mich in der Uni blendend verstanden habe. Als sie ihren aktuellen Freund kennengelernt hat und mich nach einem Vierer-Date fragte, freute ich mich riesig. Wie schön, endlich ein nettes befreundetes Paar für Unternehmungen zu viert. Doch schon nach den ersten Verabredungen wurde mir klar: Das wird nix!

Noch vor mir rümpfte mein Freund die Nase. „So ein Spinner“, schimpfte er, als wir nach einem Bowlingabend wieder zu Hause waren. „Was glaubt der eigentlich, wer er ist?“ Zugegeben, ein bisschen arrogant war der Typ schon. Aber mei, nicht wir mussten ihn lieben, sondern meine Freundin. Irgendwas wird er schon an sich haben, das sie begeistert.

Vergebliche Schlichtungsversuche

Wir versuchten es wieder und wieder mit den beiden. Doch der Eindruck verstärkte sich: Er fuhr ihr ständig über den Mund oder schob sich in den Mittelpunkt. Dahinter verschwand sie fast komplett in der Versenkung. Allein war meine Freundin frech und souverän – doch mit ihm verwandelte sie sich in ein graues Mäuschen. Trotzdem wirkte die Beziehung nicht unharmonisch. Im Gegenteil: Meine Freundin schien auf dieses Macho-Gehabe zu stehen und einen starken Partner an ihrer Seite zu brauchen. Doch mein Freund wurde immer genervter, wenn wir uns mit den beiden trafen. Und auch ich hatte keinen großen Spaß, weil ich ständig versuchte, zwischen den Dreien zu vermitteln.

Und dann die Eskalation

„Sollen wir nicht diesen Sommer zu viert in den Urlaub fahren?“, fragte mich meine Freundin irgendwann. Oh je, dachte ich mir, ob das gut geht? Andererseits hatten wir noch keine Sommerpläne, und Urlaub mit Freunden hat auch was für sich. Warum also nicht? Ich zog meine Samthandschuhe an und überredete meinen Schatz mitzukommen. Die Buchung der Reise verlief überraschend gut – kein Gezeter bei der Hotelauswahl und auch keine Sonderwünsche. Vielleicht würde ja alles viel entspannter werden, wenn wir erst einmal ein bisschen mehr Zeit miteinander verbrachten.

Denkste! Der gemeinsame Urlaub wurde ein absoluter Flop. Erst einmal schien sich der Freund meiner Freundin ständig mit meiner besseren Hälfte battlen zu wollen, ob nun beim Minigolf, im Strandoutfit oder bei der Frage, wer nun die Abendessen-Rechnung übernimmt. Das ging meinem Schatz natürlich gewaltig auf die Nerven. Aber zudem zickte ich mich immer häufiger mit meiner Freundin an, weil ich nicht verstehen konnte, dass sie sich das gefallen ließ und nie etwas sagte.

Am Ende der Urlaubswoche war die Luft so dick, dass wir kaum noch ein Wort miteinander wechselten und Ausflüge lieber allein als zu viert unternahmen. Gerade im Urlaub ist das natürlich mies, denn da will man sich ja eigentlich entspannen und erholen. Pustekuchen!

Kein Wunder also, dass mein Freund daheim einen knappen Satz in meine Richtung warf: „Das war definitiv das letzte Mal, dass ich mit denen was zu tun hatte.“ Ich seufzte, denn widersprechen konnte ich nicht. Er hatte ja recht. So traurig das auch war.

Das Schwierigste: Der Schlussstrich

Da es meine Freundin war, fiel mir also die glorreiche Aufgabe zu, die Freundschaft zu beenden. Aber wie um alles in der Welt macht man mit einem Pärchen Schluss? Nach reiflicher Überlegung sondierte ich drei Lösungswege:

  • Option 1 – Warten, ob sich meine Freundin überhaupt noch einmal meldet nach diesem Desaster
  • Option 2 – immer wieder absagen, bis sie keinen Bock mehr hat, nach einem Treffen zu fragen, und das Ganze langsam auslaufen lassen
  • Option 3 – der schwerste, aber auch sauberste Weg: ein klärendes Gespräch führen

 

 

Ich entschied mich für eine Kombination aus Option 1 und 3. Da die beiden aber nicht viele Freunde hatten (oh Wunder!), tat mir meine Freundin den Gefallen nicht, selbst den Kontakt abzubrechen. Also traf ich sie auf eine Tasse Kaffee, um Tacheles zu reden. „Hör zu“, begann ich, „das funktioniert nicht mit uns vieren. Ich mag dich selbst echt gerne, und wir können uns liebend gern zu zweit treffen. Aber unsere Jungs – das klappt einfach nicht.“

Ja, okay, es war nur die halbe Wahrheit. Ich mochte ihn auch nicht. Aber ich wollte mich nicht mit ihr streiten. Wenn sie es irgendwann selbst einsehen würde, wollte ich ja für sie da sein und ihre Tränen trocknen. Und heute?

Zu meiner Freude verstand sie es sofort und machte keinen Aufstand. Heute treffen wir uns gelegentlich zum Shoppen oder Käffchentrinken, aber es bleibt ein bitterer Beigeschmack. Sie redet selten von ihrem Freund (den sie immer noch hat), und ich frage nicht nach. Für mich passt es so. Aber ob es nicht doch irgendwann auf Option 2 hinausläuft, wird man sehen.

Rückblickend finde ich es natürlich immer noch schade, dass aus der Vierer-Connection nichts geworden ist. Aber wenn es nicht harmoniert, bringt es doch nichts, sich zu quälen. Vor allem nicht, wenn die miese Stimmung dann nach Hause mitgenommen wird und dort zusätzlich zu Stress führt. Das braucht doch keiner! Dann lieber einmal sagen: „Macht ihr mal, aber ohne uns“, und sich damit unnötig Ärger ersparen.

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Über den Autor/die Autorin

Christiane Spooren

Christiane Spooren (geb. Mieth) liebt es, in Düsseldorf durch die Straßen zu ziehen und Menschen zu beobachten. In ihrem Blog Mieth me! schreibt sie Geschichten über alles, was ihr dabei begegnet, über Menschen und Freundschaften, das Leben und natürlich auch die Liebe.