Über das Gefühl, in einer Beziehung etwas erreichen zu müssen

Natürlich kann ich es verstehen, wenn man schneller als geplant die Ringe tauschen möchte, weil der ersehnte Nachwuchs bereits auf dem Weg ist. Aber was gibt es für einen Grund, nach einem halben Jahr Beziehung zusammenzuziehen? Wenn es DER Mann fürs Leben ist, hat man zukünftig noch oft genug die Möglichkeit dazu, den Alltag zusammen zu meistern. Für endlose Mädelsabende und „Sex and the city“-Marathons auf der eigenen Couch wird dagegen später immer weniger Zeit zur Verfügung stehen, wenn man erstmal eine eigene Familie gegründet hat. Darum ist es doch viel besser, in den ersten Jahren die riesige Wiedersehensfreude zu genießen, wenn man seinen Schatz nach ein paar Tagen endlich wiedersieht, bevor man den nächsten großen Schritt wagt.

Mir reicht für den Moment die Gewissheit, dass mein Freund „später“ einmal Kinder haben möchte, denn es gibt noch viele Dinge, die ich zuvor erlebt haben möchte. Dennoch komme ich an manchen Abenden ins Grübeln, weil ich bei dem Tempo, in dem meine Freundinnen neue Lebensabschnitte beginnen, nicht mithalte. Dann fühle ich mich wie bei einem Marathon, an dem alle an einem vorbeiziehen und man keine Chance sieht, hinterherzukommen. Und obwohl eigentlich alles gut ist und ich mit meinem Leben zufrieden bin, habe ich plötzlich das Gefühl, das etwas fehlt.

Zum Glück wird mir in solchen Momenten schnell wieder bewusst, dass es in der Liebe niemals darum gehen sollte, etwas vorweisen zu können. Niemand muss sich schlecht fühlen, weil er seine Freiheit braucht und nach sieben Jahren immer noch eine glückliche Fernbeziehung führt, obwohl andere Paare nach dieser Zeit schon ihr zweites Kind erwarten. Schließlich sieht man auch oft genug, dass überstürzte Liebesschwüre zu einer schnellen Trennung oder gar Scheidung führen können.

Eine Partnerschaft muss langsam wachsen und nicht wie eine To-Do-Liste abgearbeitet werden. Große Schritte sollte man daher immer erst dann wagen, wenn man sich bereit dazu fühlt – und nicht, weil alle um einen herum in Torschlusspanik geraten und plötzlich den Turbogang einschalten.

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