So wird aus “Was machen wir da eigentlich?” eine Beziehung

Wird aus uns noch mehr als eine Affäre? Jule Blogt kennt drei Verhaltensweisen, die aus “Keine Ahnung, was wir da tun?” eine Beziehung machen

Affäre, “Wir treffen uns nur ab und zu”, oder Freundschaft Plus: die Definitionsvielfalt, mit der wir versuchen, unseren Gefühlen zueinander einen Namen zu geben, nimmt stetig zu. Es ist der Versuch, einer Beschreibung des Zustandes, der sich zwischen dem ersten Kennenlernen und einer festen Beziehung einstellt.

Wie oft war ich unsicher, wie ich das nun nennen kann, was ich mit einem Mann hatte. Ich war mir gar nicht im Klaren, was ich da eigentlich tat. Als normal denkender Mensch sollte man annehmen, dass sich an wenigen Kriterien festlegen lässt, ob zwei Menschen bereits eine Beziehung führen oder ob sie diese Schwelle noch nicht überschritten haben. Nur normal denkend ist das verliebte Hirn ganz und gar nicht. Hormongeschwängert hat man buchstäblich das Brett vor dem Kopf, welches verhindert, dass eine qualifizierte Analyse der Ist-Situation durchgeführt werden kann. Am Ende ist man immer schlauer, so ging es auch mir.

Rückblickend betrachtet gab es in meinen Verbindungen mit Männern untrügliche Zeichen, dass sich eine Affäre, Freundschaft Plus, oder was auch immer, zu einer tatsächlichen Beziehung entwickelt hatte.

Haben wir einen gemeinsamen Alltag?

Besonders auffällig war mein plötzlicher Drang nach Alltag. Wie, Alltag? Das ist doch Gift für die Liebe, oder? Nein, ganz im Gegenteil. Ich genoss es, jeden Tag einen ähnlichen Ablauf zu haben. Mir war es wichtig, dass der Mann an meiner Seite am Abend bei mir vorbeischaute, damit wir zusammen essen konnten. Das Ritual des regelmäßigen Aufeinandertreffens, welches dazu noch mit einem leckeren Abendbrot unterstrichen wurde, gab mir eine gewisse Zufriedenheit. Es sorgte dafür, dass ich mir nach einer Weile sicherer in unserer Verbindung war. Kleinen Kindern bringt man durch kontinuierliches ins Bett bringen und liebevoll Aufwecken bei, dass auch am nächsten Tag noch jemand für sie da ist. Ich hatte durch das Ritual des gemeinsamen Abends die Sicherheit, dass ich am folgenden Abend nicht allein auf der Couch sitzen würde. Klar, der Herr an meiner Seite hätte es auch einfach nur genießen können, bekocht zu werden, anstatt eine Liebesbeziehung zu mir aufzubauen, aber die gemeinsam verbrachte Zeit war nicht alles, was aus dem “Ich bin mir nicht sicher, was wir da tun”, eine Beziehung machte.

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