Erste gemeinsame Wohnung? – 4 Tipps, damit das Vorhaben gelingt

2. Sich Zeit und Raum zum Kalibrieren geben

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!“ – auch nicht in Beziehungen. Egal, wie gut man zusammenpasst. In einigen Bereichen hat jedes Paar unterschiedliche Ansichten und mit diesen kommt man durch das Zusammenwohnen noch intensiver in Kontakt. Aber hey, so ist das Leben. Man sieht sich Herausforderungen ausgesetzt, man geht sie an, klärt sie und danach ist man auf der Leiter des persönlichen Wachstums auch wieder eine Sprosse nach oben geklettert. Genauso funktioniert das auch in Beziehungen. Wenn irgendwo Herausforderungen im gegenseitigen Zusammenleben auftreten, dann bringt es nichts, diese zu verdrängen und einen Schleier darüber zu legen – in der Hoffnung, dass sie dann von selbst verschwinden. Natürlich muss nicht aus jeder Mücke ein Elefant gemacht werden, aber wenn ein Elefant im Raum steht, sollte man ihn eben auch benennen. Elefanten, die nicht gezähmt werden, können nämlich sonst über die Zeit wild werden, ausrasten und alles niedertrampeln. Gute Kommunikation hilft hier enorm, Geduld auch. Diese Phase als gemeinsames Kalibrieren zu sehen und die Reibungen mit Wohlwollen und auf Augenhöhe anzugehen, ist das, was es dann braucht, um keine Sollbruchstellen für die Zukunft der Beziehung entstehen zu lassen.

3. Genug Platz ist das A und O

Eine gemeinsame Wohnung bedeutet, noch intensiver zusammen zu sein, aber gleichzeitig nicht sich selbst und die eigenen Interessen aufzugeben. Eine gesunde Balance aus „wir“, „du“ und „ich“ zu finden ist dabei nicht immer einfach. Insbesondere wenn man alles zusammen machen kann, gilt es zu erkennen, dass man das eben auch nicht immer machen muss. Gerade wenn man zusammenzieht, ist es essentiell darauf zu achten, seine Hobbys, Freundschaften und Routinen mit sich selbst aufrechtzuerhalten. Denn wenn beide Partner ihre Interessen aufgrund der Beziehung einschränken, wird diese oftmals ganz schnell langweilig. Eine Partnerschaft lebt schließlich davon, dass zwei Menschen immer wieder neue Impulse in diese einbringen und unterschiedliche Dinge machen, von denen sie sich dann gegenseitig erzählen können. Wenn der Gesprächsstoff am gemeinsamen Esstisch fehlt, dann sind es genau diese Aktivitäten, die wieder ausgelebt werden wollen.

Sich diesen Raum zu geben, ist dann schwieriger, wenn man wenig (Wohn-)Raum zur gemeinsamen Verfügung hat. Hier gilt es gut zu kommunizieren, was man braucht, um glücklich zu sein und jedem eigene Bereiche in der Wohnung zuzugestehen, in denen er/sie sich frei entfalten kann. Denn auch wenn der andere mit dem Zusammenzug eine noch festere Säule im Leben wird, darf man sich nicht von den anderen Glücksquellen im eigenen Leben abschneiden, die zu den liebgewonnenen Routinen gehören und z.B. helfen, sich zu entspannen. Dies kann z.B. Musik, Fernsehen, Lesen, Malen, Yoga, Sport o. Ä. sein. Wenn dies innerhalb der Wohnung stattfindet, muss man sich arrangieren. Dafür ist z.B. ein Hobbyraum gut, den man wechselnd nutzen kann. Wenn der Wohnraum zu klein ist, um eigene Freiräume zu finden, an denen man ausreichend Ruhe für seine Interessen findet, kann es auch helfen, sich gegenseitig „sturmfreie“ Abende zu gewähren, an denen einer der Liebenden ausgeht und der andere zu Hause all die Dinge tun kann, die ihm/ihr gut tun.

4. Zusammenziehen geht auch auf Probe

Bevor Sie jetzt etwas überstürzen, möchte ich Ihnen raten, das mit der ersten gemeinsamen Wohnung doch zunächst auf Probe auszuprobieren. Es kann super sein. Es kann aber auch nach hinten losgehen. Ob es passt oder nicht, kann man meist erst dann sagen, wenn man es wirklich ausprobiert. Da die Wohnungssituation in den meisten deutschen Großstädten mehr als angespannt ist und gleichzeitig viele Leute händeringend nach Wohnraum – auch auf Zeit – suchen –, ist ein Zusammenleben auf Probe einfacher denn je. Mein Partner und ich haben es genauso gemacht. Für mich war das Zusammenwohnen mit doppeltem Boden deshalb super entspannt und stressfrei. Es brauchte keinen teuren Möbeltransport, die Freunde mussten auch nicht schuften und wenn es nicht geklappt hätte, hätte ich meine Sachen nach drei Monaten einfach zurück in meine eigene Wohnung gebracht. Ich glaube, dass dieses „Maximal einfach“-Prinzip genau das war, was ich gebraucht habe, um mich angstfrei darauf einzulassen.

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