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Mein neues Quarantäne-Ich

Corona betrifft uns alle und beeinflusst im Moment so ziemlich jeden Lebensbereich. Unsere Autorin Levke schreibt darüber, wie sich die aktuelle Situation in ihrem Alltag bemerkbar macht

Seit mehr als fünf Wochen spielt sich nun mein Leben hauptsächlich in den eigenen vier Wänden ab. Was für eine verrückte Zeit! Anfangs gehörte ich auch noch zu den Hochmotivierten, die den Tag mit einem Home-Workout starten, vor dem ersten Kaffee schon die Wohnung gesaugt haben und anschließend ein duftendes Bananenbrot aus dem Ofen ziehen.

Geduscht, geschminkt, gestriegelt und bürotauglich gekleidet, saß ich dann pünktlich vor dem Laptop, bereit für die ersten Video-Calls. Was habe ich mir nicht für Gedanken über vorteilhafte Kamera-Winkel gemacht! Immer wieder rumprobiert, in welcher Ecke auf dem Schreibtisch der Computer am besten steht, damit das Licht günstig fällt und das Doppelkinn so unauffällig wie möglich ist. Ziehe ich heute das neue T-Shirt mit der Boyfriend Jeans an oder doch das süße Kleid? Ja, solche Gedanken habe ich mir am Anfang tatsächlich gemacht!

Heute, ein paar Wochen später, klingt all das plötzlich wie aus einer anderen Dimension

Inzwischen bin ich schon stolz, wenn ich ein sauberes T-Shirt anziehe. Jeans? BH? Entschuldigung, was genau soll das sein? Eine Hose mit Reißverschluss und Knöpfen ziehe ich derzeit nur probeweise immer mal wieder an, um nicht ganz die Kontrolle über meine Corona-Figur zu verlieren. Ich frage mich immer noch, wann und woher dieser plötzliche Wandel kam. Von heute auf morgen stand es für mich gar nicht mehr zur Debatte, mir einen BH oder eine enge Jeans anzuziehen, geschwiege denn mich zu schminken.

Dabei muss ich zugeben, dass ich normalerweise schon ein wenig eitel bin. Ich habe stets Wert darauf gelegt, jeden Tag mit Make Up und einem ordentlichen Outfit das Haus zu verlassen. Mich vor meinen Kollegen ohne Schminke zu zeigen, wäre für mich undenkbar gewesen. Tja, das war einmal. Jetzt bekommen sie mich nicht nur ohne Concealer zu Gesicht, sondern im feinsten Jogger-Look mit fettigen Haaren (ja, die Haare ausfetten zu lassen ist momentan der letzte Schrei!) Nie war es einfacher, Faulheit hinter einem Trend zu verbergen, yes!

Was ich dabei faszinierend finde ist, dass ich offensichtlich nicht die einzige bin. Noch nie war die Sport- und Jogginghosen Dichte im Supermarkt so hoch wie jetzt. Und dabei meine ich vor allem die Ladies! Dass man samstags den lässigen Typ in Jogger vor sich an der Kasse stehen hat, war für mich ein gewohntes Bild. Aber dass nun zahlreiche Frauen mit fettigem Messy Bun und ausgeleierten Leggings durch die Gänge schleichen, scheint zur neuen Gewohnheit geworden zu sein.

Woher kommt dieser plötzliche Sinneswandel?

Wenn die Corona-Quarantäne wenigstens für etwas gut ist, dann doch, dass sie uns Frauen ganz offensichtlich darin bestärkt, zu unserer Natürlichkeit und Selbstbestimmung zurückzufinden. Ich habe, leider, schon immer zu den Menschen gehört, die sich viel zu viele Gedanken darüber machen, was andere von ihnen halten könnten.

Aber komischerweise ist mir das derzeit so richtig egal! Soll doch jeder meine Mitesser auf der Nase und die Pickel am Kinn sehen. Sollen sie doch denken „ohne BH hängen ihre Brüste aber ganz gut und die Haare könnte sie auch mal wieder waschen“. Freunde, ich hab derzeit eh einen Ansatz bis nach Meppen, also who cares?!

Nicht zu Unrecht heißt es schließlich „My home is my castle“. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Sicherheit und Vertrautheit unserer eigenen vier Wände dazu beigetragen haben, dass wir plötzlich nicht mehr den Drang verspüren, in Sachen Optik tipptopp performen zu müssen.Ich hätte wahrlich nichts dagegen, wenn ich dieses Gefühl und diese Einstellung auch nach der Quarantäne noch beherzigen würde.

Aber am Ende des Tages sollte meiner Meinung nach sowieso die Devise lauten: Macht einfach das, was euch momentan gut tut! Wenn es euch ein gutes Gefühl verschafft, morgens euer Make Up aufzutragen, in der Mittagspause eine Runde um den Block zu joggen oder eben eine Woche lang nicht die Haare zu waschen, dann tut das bitte!

Es ist doch sowieso schon alles schwierig und nervenaufreibend genug, da müssen wir uns nicht noch zusätzlich mit fremd auferlegten Idealen herumschlagen. In diesem Sinne, werfe ich mich jetzt in meine Lieblings-Jogger, schnappe mir einen Snack und gehe in meine nächste Video-Konferenz.

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Über den Autor/die Autorin

Levke Pohlers

Als waschechtes Hamburger Deern wurden ihr die norddeutsche direkte Art und die Vorliebe für trockenen Humor in die Wiege gelegt. Am liebsten verbringt sie ihre Zeit mit ihren Lieben und ist stets zu jeder Schandtat bereit. Bei beziehungsweise ist sie mitverantwortlich für den Social Media-Bereich und darf hier ihre Vorliebe für das geschriebene Wort in voller Form auskosten. Als großer Herzmensch gibt es für sie nichts schöneres, als tagtäglich im Dienste der Liebe aktiv zu sein.