Die 8 größten Herausforderungen in der Beziehung – und wie Sie die meistern

Beziehungen verändern sich und für jedes Paar ist es eine Herausforderung, auf diese Veränderungen zu reagieren. Wir haben die Stationen gesammelt und untersucht, die jede Partnerschaft durchläuft

Das erste „Unsere Beziehung“-Gespräch

Station eins beginnt oft mit der Frage „Was tun wir hier eigentlich?“ und führt im besten Falle zu „Wollen wir das gemeinsam versuchen?“ Wenn ja, dann herzlichen Glückwunsch! Die Dating-Phase ist zu Ende und Ihre Beziehung beginnt – zumindest wenn beide gleichermaßen sagen: „Ja, das könnte etwas werden mit uns.“

Achtung: Selbst wenn nur einer eher unsicher ist, wird der Start holprig und das Paar wird beim ersten Konflikt aus der Kurve fliegen.

Der gemeinsame Urlaub

Alle jungen Paare möchten so viel „Quality Time“ miteinander verbringen können wie möglich. Das ist im Alltag schwer umzusetzen, deshalb freuen sie sich umso mehr auf die gemeinsame Auszeit und planen liebevoll die Details der gemeinsamen Reise. Doch wenn die Erwartungen zu hoch sind, ist die Fallhöhe der Enttäuschungen riesig. Auch im Urlaub können mal die Fetzen fliegen. Das ist allerdings kein Grund, sich Sorgen um das Wohl und Wehe Ihrer Beziehung zu machen.

Wichtig: Achten Sie bei der Planung unbedingt auf die Erfüllung eigener Wünsche und gehen Sie keine Kompromisse ein, die beide unglücklich machen. Wenn Sie sich so gar nicht einigen können, ist es auch in Ordnung, in der schönsten Jahreszeit mal etwas getrennt zu unternehmen.

Das Zusammenziehen

Der Wunsch nach Nähe ist da, die ewigen Fahrten von Stadtteil A nach Stadtteil B und die doppelte Haushaltsführung (Lebensmittel, Kosmetik – alles ist zwei Mal vorhanden) nerven und überhaupt könnte man als Paar in einer Bude ja durchaus Geld sparen. Aber es geht in der gemeinsamen Wohnhöhle nicht nur darum, die Spotify- und Netflix-Accounts zu bündeln und endlich eine GEZ-Zahlung streichen zu können, sondern um den Aufbau eines gemeinsamen Lebens und Alltags.

Idealerweise hat jeder einen Platz als Rückzugsmöglichkeit, der nicht verhandelbar ist. Wenn Sie nicht gerade das Glück einer bezahlbaren 5-Zimmer-Wohnung und somit für jeden einen eigenen Raum haben, kann es sein, dass dieser Rückzugsraum ein heißgeliebtes, durchgesessenes Sofa aus WG-Zeiten oder der hässliche Sessel der Tante ist. Sorry, aber da müssen Sie einfach durch.

Der Kinderwunsch

Plötzlich ist Liebe und Leidenschaft zielgerichtet. Jetzt geht es nicht mehr um Nähe und Lust, sondern um Fortpflanzung. Das verändert die Sexualität eines Paares grundlegend. Sowohl bei der Planung des Babys („Schatz, heute und morgen müssen wir unbedingt zusammen in die Kiste, der Zeitpunkt ist gerade günstig!“) als auch, wenn das Kleine geboren ist („Jetzt, schnell, er schläft!“).

Eine ganz besondere Herausforderung ist es, wenn sich der Wunsch nach einem Baby nicht sofort oder nur mit medizinischer Hilfe erfüllen lässt. In dem Fall gelingt es selten, gemeinsam Fantasien auszutauschen und auszuleben. Der unerfüllte Wunsch belastet nicht nur das Bett, sondern auch die Beziehung. Da ist der erfolgreichste Weg eine begleitende Beratung durch einen Fachmann.

Aus Liebenden werden Eltern

Das Paar hat nun nicht mehr nur sich selbst, sondern den Nachwuchs als lebendigen Beweis seiner Liebe. Ein Baby ändert alles. Damit die Veränderungen zum Besseren geraten, dürfen die Partner keine stillschweigenden Übereinkommen zulassen. Daraus entwickelt sich schnell eine Dynamik der Stille. „Wenn mein Partner nicht sagt, dass es ihn stört, dann stört es ihn wohl auch nicht. Dann muss ich dazu nichts sagen.“ Aus solcher Konfliktvermeidung entsteht irgendwann Distanz.

Nehmen Sie sich vor, sich immer wieder über Wünsche auszutauschen. Auch über die, die Sie im Moment für unerfüllbar halten. Um diese umsetzen zu können, muss Ihr Partner sie kennen.

Das Grün im anderen Garten

Wenn die Leidenschaft nachlässt, liegt es selten daran, dass die Partner wenig Lust mehr haben. Sie haben nur weniger Lust aufeinander. Das hat mit Botenstoffen zu tun, die für die Bindung zuständig sind. Und es liegt daran, dass das Neue fehlt und zur Erregung der Wunsch nach Entdeckungen gehört. Paare, die sich unmerklich – weil es sich gut anfühlt und mit Sicherheit zur Befriedigung führt – auf den kleinsten gemeinsamen Nenner im Schlafzimmer geeinigt haben, suchen Abwechslung außerhalb der Beziehung.

Wer das nicht möchte, muss ins Liebesleben investieren und auch mal die Komfortzone ein Stückchen verlassen. Ja, da gibt es Dinge, die Sie kaum zu Höhenflügen hinreißen werden, aber auch Sachen, die richtig viel Spaß machen. Doch diese werden Sie nur kennenlernen, wenn Sie offen für Experimente sind.

Die runden Geburtstage

40 ist das neue 30, 30 das neue 20. Tatsächlich sind wir heute alle etwas fitter als unsere Eltern und Großeltern. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass wir unter Druck stehen, dieses Versprechen von Jugendlichkeit, ewiger Attraktivität und unerschöpflicher Energie zu erfüllen.

Das frustriert, weil es niemand ein Leben lang schaffen kann, und endet oft in wildem Aktionimus zur Selbstoptimierung. Meist erleben die Partner diese Phasen nicht gleichzeitig, was beim jeweils anderen zumindest Überraschung, wenn nicht sogar Verstörung, auslöst. Hier helfen Übungen, die dem Paar zeigen, das es viel mehr eint als trennt. Beispielsweise eine Woche lang aufschreiben, wofür man sich gegenseitig dankbar ist. Und das ist garantiert unabhängig von beginnenden Fältchen oder dem ersten grauen Haar. 

Der Realitätscheck

Mit 20 haben wir viele Träume, was wir im Leben erreichen wollten. Nicht alle davon werden in die Tat umgesetzt und bei einigen davon ist die Zeit abgelaufen, sie zu realisieren.

Wenn die Erkenntnis kommt, dass es für den ein oder anderen Wunsch zu spät ist, braucht es das Gefühl, dass das, was man stattdessen gemeinsam erreicht hat, noch viel besser ist. Vielleicht hat es mit der Model-Karriere nicht geklappt und das Strandhaus in Malibu wird es wohl nie werden – aber Sie haben sich. Lassen Sie sich nicht von bearbeiteten und geschönten Bildern von Promi-Paaren täuschen: Sie haben es viel besser getroffen!

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