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Wir haben alle einen Kryptonit-Menschen in unserem Leben

Ich habe da so eine Theorie, nämlich dass jeder so einen Menschen hat, an dem er für immer hängen wird – ganz egal, wie lange die Beziehung gedauert hat oder wie intensiv sie war. Wir nennen sie die Kryptonit-Menschen, oder eben „Katrinas“, nach dem Kryptonit-Mädchen meines Freundes. Und weil die Theorie so ist, heißt das, dass auch wir für manche Menschen Kryptonit sind – ein Element, das in ihnen eine Schwachstelle geschaffen hat, die immer dann zu brechen droht, wenn sie uns sehen oder bloß unsere Namen hören. Weil damals alles so schön schrecklich war und auch so schrecklich schön.

Kryptoniten machen uns stärker

Kryptonit, das muss nicht immer etwas Schlechtes sein. So, wie es uns schwächt, so stärkt es uns auch für zukünftige Beziehungen. Die Schwachstellen, die andere Menschen in uns hinterlassen haben, die lassen sich vermutlich nie wieder ganz kitten, doch wir lernen mit der Zeit, sie durch unsere Stärken auszugleichen – und was uns nicht umbringt, macht uns stärker, wie man immer so schön sagt.

Vielleicht sind wir irgendwann auch stark genug, dem Kryptonit zu widerstehen, der Macht, die es ausüben kann, dem Versprechen, das nie eingelöst wird, den Menschen, die es zu dem machen, was es ist, und ihre Sehnsüchte und Ängste hinein wünschen. Vielleicht sind wir irgendwann stark genug, um uns nicht mehr auf die Menschen einzulassen, denen wir zu verfallen drohen, wann immer wir sie sehen oder nur ihren Namen hören. Vielleicht geht es aber auch nie wirklich weg, sondern springt nur von Person zu Person. Nicht auf jede Person, die wir im Laufe unseres Lebens lieben, sondern nur auf zwei bis drei davon, und Kryptonit ist ja nicht immer schlecht, denn es schwächt nicht nur, sondern macht auch stärker.

Neue Beziehung trotz Kryptonit-Menschen?

Einen Kryptonit-Menschen zu haben, heißt nicht, dass man in seiner neuen Beziehung unglücklich ist. Die Liebe ist nur eine andere, und so wie keine Beziehung der anderen gleicht, gleicht auch eben keine persönlich empfundene Liebe einander. Es geht nicht ums Vergleichen oder Aufwiegen von Liebe, denn das ist gar nicht möglich. Es ist nur verdammtes Kryptonit. Eine Schwachstelle, die uns manchmal vielleicht zweifeln lässt, an all dem, das nicht wirklich Kryptonit ist oder vielleicht nur die farblose Variante davon.

Mein Kryptonit-Mensch und ich, wir sind schon lange ganz vorbei. Er ist in eine andere Stadt gezogen und wann immer ich seinen Namen lese oder an seiner Wohnung vorbeifahre, fühle ich nur noch ein kleines Stechen im Herz. Das Stechen, das wird wohl nie verschwinden, weil damals alles so schrecklich war und auch so schrecklich schön, aber ich fühle mich nicht mehr ganz so schwach. Mein jetziger Freund weiß von dem Kryptonit und ich weiß über seins Bescheid. Es ist nämlich okay, eine Katrina zu haben. Nicht nur in der Theorie.

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Über den Autor/die Autorin

Jana Seelig

Jana Seelig ist jung und schön, sie hat einen großen Freundeskreis, sie liebt ihren Beruf – und sie hat Depressionen. Es gibt Tage, an denen geht gar nichts. Dann muss sie sich oft gut gemeinte Ratschläge anhören, die zeigen, wie wenig ihr Umfeld eigentlich versteht, wie es ist, wenn man nichts mehr fühlt.