Warum es wichtig ist, dass Bisexuelle ernst genommen werden

Ganz nach dem Motto „ein bisschen bis schadet nie“ wird Bisexualität im Vergleich zu Homosexualität von Konservativen als „nicht so schlimm“ wahrgenommen, aber auch oft nur als Übergangslösung oder Experiment. beziehungsweise-Autorin Vivien Emser hat keinen Bock mehr auf Vorurteile

Die zwei Seiten der Bisexualität

Bisexualität erfreut sich schon seit langem einer gewissen Beliebtheit. Sowohl im Film als auch im Fernsehen, aber auch in der Gesellschaft hat man als bisexueller Mensch erstmal nichts zu befürchten – oder? Auf der einen Seite scheint Bisexualität akzeptierter zu sein. Für junge weibliche Popsternchen gehört es inzwischen fast schon zum guten Ton bisexuell zu sein, aber auch viele Stars wie David Bowie, Green Day-Sänger Billie Joe Armstrong, die Schauspielerin Cara Delevingne und Whitney Housten, lieben und liebten beide Geschlechter. Ja, sogar Wonder Woman soll bisexuell sein!

Als Bisexuelle/r ist man also erstmal in guter Gesellschaft und wird vielleicht sogar als eine ziemlich coole Socke wahrgenommen. Schließlich hält man sich nicht an konservative Werte und Normen, ist abenteuerlustig, offen für alle und absolut tolerant, die besten Voraussetzungen also um als, eben genanntes, Popsternchen gut anzukommen. Dafür fehlt in der realen Welt oft die Seriosität in der Betrachtung bisexueller Lebensweisen.

Der Kampf um die Ernsthaftigkeit

Als lesbische Frau ist es ja schon schwer genug, ernst genommen zu werden. Gerne hört man, auch heute noch, Sätze wie: „Das ist doch nur eine Phase.“ Oder „Du hast nur noch nicht den Richtigen gefunden.“ Schwule Männer haben es in dieser Hinsicht ein wenig leichter: Natürlich müssen sie sich mindestens genauso oft Diskriminierung und Anfeindungen stellen, aber die Ernsthaftigkeit ihrer Beziehung wird kaum in Frage gestellt. Hat ein Mann sich dazu entschieden, seinem Umfeld offen zu sagen, dass er schwul ist, wird das vielleicht nicht gut gefunden, aber zumindest nicht in Frage gestellt.

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