So sehen Männer die Liebe – Part I: Männer um die zwanzig

Männer sind ein bisschen wie Käse: Mit dem Alter werden sie nicht zwingend besser – aber je länger der Reifungsprozess, desto mehr verändert es sie und ihren Geschmack. Wie also ticken Männer in Sachen Liebe mit 20, 30 und 40? Eine Bestandsaufnahme in drei Teilen

Wer sind Männer um die zwanzig?

Gerade erst den Autopostern im heimischen Jugendzimmer entwachsen, müssen sich Männer um die zwanzig erstmal in ihrer neugewonnenen Freiheit zurechtfinden. Sie sind in der Ausbildung, stecken mitten im Studium oder sind gerade in die Berufslaufbahn gestartet. Haben sie früher vielleicht mehr Zeit allein an der Playstation als im Fußballverein oder Feriencamp verbracht, entfalten sich spätestens jetzt notgedrungen ihre sozialen Fähigkeiten. Zwischen Unsicherheit und Draufgängertum sind sie meist höflich, körperlich in der Form ihres Lebens, treiben Sport, feiern wild, stehen trotzdem früh auf und fühlen sich nicht mal mies dabei. Beim Wort „Zukunft“ denken sie zuerst mal an einen gut bezahlten Job und ein Zuhause, das um einiges repräsentabler ist als ihre derzeitige WG. Unter Freunden, Kommilitonen oder männlichen Kollegen sind sie sehr viel selbstbewusster – das unbekannte Wesen Frau macht sie noch nervös, trotzdem suchen sie den Kontakt. Leider gehen ihnen oft schnell die Gesprächsthemen aus, aber warum nicht mal über Credit Points oder Star Wars reden.

Wo stehen sie in der Liebe?

Wenn sie nicht bis heute mit ihrer Jugendliebe zusammengeblieben (und damit ohnehin raus) oder selbst für Spätzünder noch unerfahren sind, haben Männer in ihren frühen Zwanzigern bereits die eine oder andere Mädchengeschichte hinter sich. Sie genießen ihre Unabhängigkeit und probieren sich aus, vielleicht hatten sie auch schon eine ernsthaftere Beziehung, vielleicht liegen sie häufiger mit einer Dating-App im Bett als mit einer Frau.  Sie zahlen zwar die Rechnung nicht so gern, knutschen dafür aber ungeniert im Taxi rum und haben umwerfende Körper. Wurde ihr Herz noch nicht so nachhaltig gebrochen, dass sie in der Liebe ohnehin keinen Sinn mehr sehen, sind Hochzeit und Kinder schon eine Option – irgendwann, in gefühlt 80 Jahren. Jetzt aber gilt es, das Erfahrungsbuch zu füllen und rauszufinden, was ihnen eigentlich gefällt. Abgesehen von der weiblichen Optik natürlich, denn die ist in diesem Stadium besonders entscheidend. Trotzdem setzt in den Zwanzigern eine Entwicklung ein. Welcher Mensch passt eigentlich zu mir? Sind es eher die Gegensätze oder doch die Gemeinsamkeiten, die auch abseits der durchzechten Partynacht eine gute Zeit versprechen? Zum Glück wissen sie noch nicht, dass sich das nie so richtig klären wird. Also bleiben sie optimistisch.

Wonach suchen sie?

Zu Beginn ihrer Zwanziger sind Männer wie kleine Welpen – sie springen nahezu auf alles an, was sich bewegt. Ein knackiger Po, zwei klimpernde Augen und die Aussicht auf eine ereignisreiche Nacht („Gehen wir zu dir? In meiner WG steigt grad ‘ne Party.“) reichen meist aus, um ihren Erfahrungshunger zu entfachen. Spaß steht ganz oben auf der Wunschliste, für Ernsteres bleibt auf den ersten Sprossen der Karriereleiter meist gar kein Platz. Für sowas hat man schließlich auch noch ein ganzes Leben lang Zeit. Erstmal muss fleißig am beruflichen Stand gebastelt werden – der Frau der fernen Zukunft sollte man schließlich auch etwas bieten können und bis dahin locken am Wegesrand noch so einige hübsche Vergnügungen. Die Zwanziger sind ganz klar das Jahrzehnt der sexuellen Suche und Selbstbestätigung. Trotzdem: Der Gedanke an die Eine wabert vermutlich irgendwo im Hinterkopf herum. Und falls sie unvermittelt auftaucht, könnte sich durchaus etwas mit Bestand entwickeln.

Was heißt das für die Frauen?

Beziehungen zwischen annähernd Gleichaltrigen Anfang zwanzig scheitern häufig daran, dass beide Seiten noch knietief in der Persönlichkeitsentwicklung stecken. Sie denken zu allererst an sich, leben den Moment und strecken die Fühler in alle erdenklichen Richtungen aus – manchmal verbrennen sie sich dabei auch und treffen unkluge Entscheidungen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Männer und Frauen in diesem Alter voneinander weg oder zumindest unterschiedlich schnell bewegen, was ihre Ansprüche und Lebenspläne betrifft. Doch mit ein bisschen Zeit und Gespür lässt sich schon jetzt erkennen, ob man auf lange Sicht im gleichen Tempo funktionieren kann. Gelingt es einem Twentysomething, seinen sexuellen Erfahrungsdrang zugunsten einer Partnerin für mehr als ein paar Wochen zurückzuschrauben, macht er auf dem Weg zum potentiellen Familienvater schonmal eine Menge richtig. Und so selten sind die guten Jungs um die zwanzig nun auch wieder nicht – sie fallen ganz einfach nur seltener auf als die Typen, die einfach (noch) nichts anbrennen lassen können.

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