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Paarzufriedenheit – Wie viel Nähe tut einer Beziehung gut?

Welche Faktoren machen Paarzufriedenheit aus?

Zahlreiche Studien belegen, dass Konfliktkompetenz ein essenzieller Faktor für die Paarzufriedenheit und eine stabile, dauerhafte Beziehung darstellt. Jedem ist klar, dass zwei Menschen selbstverständlich immer wieder mit ihren Wünschen und Erwartungen aufeinander prallen werden, wenn sie beschließen, ihr Leben in irgendeiner Form gemeinsam zu verbringen. Die Paarzufriedenheit muss Streitereien um Kleinkram wie die berühmte nicht verschlossene Zahnpasta-Tube, Barthaare im Waschbecken, muffigen Müll in der Küche und die volle Spülmaschine aushalten – aber auch Differenzen über die Freizeitgestaltung, den jeweiligen Freundeskreis des Partners und natürlich die Häufigkeit und den Ablauf des Sex. So aufgelistet sieht jeder, dass Konfliktpotenzial in jeder Ecke lauert, aber dass manches davon mit etwas Humor vermutlich niemals wirklich zu einem Problem eskalieren müsste.

Und hier greifen die individuellen Persönlichkeitsmerkmale. Für einen Menschen mag das Zahnpasta-Ritual zwar nervig, aber letztlich eine erträgliche Marotte des Partners sein, für den anderen ist sie das Tüpfelchen auf dem i, weil es für ihn beweist, dass sich der Partner nicht einmal bei solch einer Kleinigkeit zu einem Kompromiss überwindet. Die Art, die Zahnpasta als Problem zu definieren, kann völlig unterschiedlich sein. Sie denkt sich nichts dabei, findet seine Ausbrüche darüber sogar komisch, er könnte dagegen jeden Morgen ausflippen und verlässt das Haus mit schlechten Laune. Der Grund: Er versteht nicht, wie leichtfertig sie sich über seine Wünsche hinweg setzt. Sie weiß doch, wie wichtig ihm diese Kleinigkeit ist. Darauf folgt rasch die Erwartung: Mir zuliebe könnte sie doch daran denken. Oder verstärkt: Würde sie mich wirklich lieben, würde sie es nicht immer vergessen.

Psychologen sagen, Partner mit einem hohen Maß an emotionaler Stabilität und Einfühlungsvermögen verfügen auch über ein hohes Maß an Konfliktfähigkeit. Doch lassen Sie uns ehrlich sein: Wie realistisch können wir die eigene Konfliktfähigkeit tatsächlich einschätzen? Wer behauptet nicht von sich, gut streiten zu können?

 Wie viel Nähe tut einer Beziehung gut? Wie viel Abstand benötigen wir?

Manche Menschen brauchen Freiraum und Abstand, andere möchten am liebsten jede Sekunde den Partner um sich wissen. Klar, dass es hier zu Konflikten kommen kann, wenn zu unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander prallen. Doch wann genau sind diese zu Bedürfnisse zu verschieden? Wann ist Nähe-Distanz-Verhalten für eine Partnerschaft optimal?

Zur Paarzufriedenheit trägt auch bei, wie sich die Beziehung entwickelt hat, also das Erleben des Selbst und des Wir in einer Partnerschaft. Erleben sich Partner von Anfang an als sehr nahe oder sehr distanziert – oder ändert sich dieses Empfinden? Und wenn ja, kommen sich die Partner dann eher näher oder entfernen sie sich?

Unser Bedürfnis nach Nähe oder nach Distanz wird von unserer Bindungshaltung geprägt, die sich bereits vor unserer ersten Liebesbeziehung, nämlich in der frühen Kindheit zu entwickeln beginnt. Auf den ersten Blick scheinen unterschiedliche Bedürfnisse zu Nähe und Distanz unvereinbar, denn wenn ein Partner klammert, der andere aber Freiraum benötigt, ist eine Kollusion vorprogrammiert. Eine positive Paarzufriedenheit zeichnet sich jedoch nicht dadurch aus, dass ein Partner für sich möglichst uneingeschränkt seine Bedürfnisse erfüllen kann. Entscheidend ist vielmehr, wie die Partner die gemeinsame Geschichte ihrer Beziehung beurteilen – und welches künftige Potenzial sie in ihr sehen.

Klar, dass die Paarzufriedenheit bei jenen am höchsten ist, die über Jahre hinweg ein gleiches Maß an Nähe erlebt haben. Ähnlich zufrieden äußern sich die, die sich während ihrer Beziehung näher gekommen sind. Daraus lässt sich schließen: Es scheint nicht nötig zu sein, von Anfang an konform zu gehen, eine Angleichung geschieht durchaus während der Beziehung.

In einer Beziehung nehmen die Partner viele Faktoren sehr unterschiedlich wahr. Bei den meisten Paaren stimmt die Beurteilung von Nähe und Distanz allerdings überein. Entscheidend für die Qualität einer Partnerschaft scheint demnach zu sein: Beide müssen das Gefühl haben, vom jeweils Anderen mit ihren individuellen Nähe- und Distanzwünschen respektiert zu werden. Dass dann der eine großen Wert auf Autonomie, der andere wiederum andauernde Nähe benötigt, ist weniger relevant als der von beiden Seiten als gelungen empfundene Umgang mit diesen Faktoren.

So gibt es einen interessanten Effekt[1] bei den Paaren, die ihre Nähe oder Distanz sehr unterschiedlich einschätzen. Personen, die eine große Distanz zum Partner verspürten, konnten dennoch in ihrer Beziehung sehr zufrieden fühlen. Voraussetzung war ein Partner, der selbst eine große Nähe in der Beziehung erlebt. Der Distanzpartner fühlt sich also durch den Nähepartner in der Beziehung glücklich.

Nun könnte man auf den ersten Blick meinen, dass zwei Distanzpartner das „Wir“-Gefühl schwächer erleben, als zwei Nähepartner. Das muss jedoch nicht sein, denn fühlen sich die Partner dennoch respektiert in ihren Bedürfnissen, können sie mit ihrer Beziehung sehr wohl sehr zufrieden sein und sogar über die Distanz eine ganze Menge Nähe empfinden.

[1] Jens Kersting, Ina Grau: „Paarkonflikt und Trennung“, Springer, 2003

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