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Ich sorge mich ständig um dich

beziehungsweise-Autorin Christiane Mieth liebt ihren Partner und lebt in ständiger Sorge um ihn. Wie viel Angst gehört zur Liebe? Und wünschen wir uns nicht alle ein wenig unnötige Sorge als Liebesbeweis? 

Ich stehe in der Küche, die Kaffeemaschine läuft und ich starre auf den Küchentisch. In der Mitte prangt deine Geldbörse und darauf dein Handy – ein kleines Päckchen, griffbereit zum Mitnehmen. Nur hast du es nicht mitgenommen.

Ich nehme mir eine Tasse, schütte die schwarze Flüssigkeit hinein und lege beide Hände ums beruhigend warme Porzellan. Ich atme betont ruhig ein und aus. Wie oft bin ich selbst ohne irgendwas aus dem Haus gegangen? Es ist nie etwas passiert.

Durch mein Kopfkino huschen Bilder von dir, wie du unbedacht über die Straße schlenderst, auf deinen Lippen ein herzliches Lachen, du schaust nicht nach rechts … Und niemand weiß, wer du bist, wohin du gehörst, wer dein Notfallkontakt ist. Und ich warte hier auf dich, ohne zu wissen, wo du bist, mit wem du zusammen warst. Ich habe keine Ahnung, was du gerade machst. Und keine Möglichkeit, das herauszufinden.

Ich trinke einen beherzten Schluck und schlage die Zeitung auf. Ich muss mich ablenken. Bevor mir das Kopfkino noch abstrusere Bilder zeigt. Die Unfall- und Gewaltschlagzeilen blende ich aus.

Später werde ich eine besorgte Mutter sein

Schon als ich in meinen Teenager-Zeiten zum ersten Mal so richtig verliebt war, wusste ich, dass ich später einmal die Art von Mutter sein würde, die niemals nachts schläft, während die Kinder in der Disko sind. Ich würde mich niemals darauf verlassen können, dass alles gut geht. Stattdessen würde ich immer einen Blick auf die Eingangstür haben und bei jedem Geräusch ans Fenster rennen. Nicht, um meine zukünftigen Kinder zu kontrollieren. Sondern weil ich mich so sehr um sie sorgen würde.

Und ebenso sehr sorge ich mich um alle Menschen, die mir lieb und teuer sind. Ich bin ohnehin ein sehr empathischer Mensch – fremdes Leid ist mein Leid. Es fällt mir schwer, loszulassen, wenn es einem anderen Menschen schlecht geht. Dadurch sorge ich mich natürlich auch schnell. Als mein Vater vor einem Jahr krank war, hat es mich wahnsinnig gemacht, nicht bei ihm sein zu können. Oder nicht zu wissen, wie es ihm geht. Und die Vorstellung, meiner Familie stößt irgendwas zu und ich bin nicht da … das male ich mir besser nicht aus!

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Über den Autor/die Autorin

Christiane Mieth

Christiane Mieth liebt es, in Düsseldorf durch die Straßen zu ziehen und Menschen zu beobachten. In ihrem Blog Mieth me! schreibt sie Geschichten über alles, was ihr dabei begegnet, über Menschen und Freundschaften, das Leben und natürlich auch die Liebe.