Großzügig sein – ohne Angst, ausgenutzt zu werden

Sich auf die Gefahr des Scheiterns einlassen – trotz allem

Zwei Wochen später saß ich wieder mit meinem guten Freund zusammen. Wir tranken. Er war noch geknickt, wenn auch die melancholische Seite nun langsam Überhand gewann. Ich mochte diese Seite an ihm immer so sehr. Also sagte ich ihm das, was ich vorher noch nicht in Worte fassen konnte: Dass ich seinen Schmerz verstehen könnte. Dass er jedes Recht habe, wütend zu sein: auf seine Ex, das Riesenarschloch Tim und die Welt als solches.

Ich sagte ihm aber auch, dass er sich nicht verbarrikadieren sollte, wie schon so viele vor ihm. Ich sagte ihm, dass ich nicht an Schutzvorrichtungen in der Liebe glaubte. Ich sagte ihm, dass zu lieben immer auch heißt, zu akzeptieren, dass es auch schief gehen kann. Dass er sich eben nicht davor schützen könne, verletzt zu werden, indem er nun weniger gutmütig, weniger vertrauensvoll und weniger mutig sein würde.

Dass sein Nettsein, seine Großzügigkeit eine Stärke sei. Dass niemand, auch keine Frau, in Wahrheit Arschlöcher liebt, höchstens etwas „Bad Boy“-Attitüde, wenn es hoch kommt. Dass Liebe nur wachsen kann, wenn man liebt.

So ist sie, die Liebe.

Er hat dann Dartpfeile geworfen, mein guter Freund, und geschmunzelt.


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