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Die Schüchternheit der Liebe

Unser Gastautor erlebt die Liebe häufig als schüchtern: Er muss manchmal genau hinschauen – doch dann zeigt sie sich ihm überall

Manchmal ist Liebe klein und zart, ganz leise. Unaufdringlich. Eine zurückhaltende Schönheit, die zunächst kaum bemerkt wird, die sich selber nicht aufs Podest stellt, obgleich ihr dort gewiss ein Platz zustünde. Oft gibt es Dinge, die lauter und aufdringlicher sind als sie, die sich eitel in den Vordergrund drängen. Ängste und Sorgen etwa, aber auch Erfolgserlebnisse und andere Momente des Überschwangs. Liebe dagegen scheint nicht immer hell, sie buhlt nicht immer um unsere volle Aufmerksamkeit. Manchmal müssen wir ihr diese erst schenken, um ihren Zauber in den Nischen unseres Beziehungsalltags zu entdecken. Etwa in beiläufigen Worten unseres Partners, in einer Berührung, die uns einen wohligen Schauer beschert, Momenten, in denen uns bewusst wird, dass wir alles haben, was wir brauchen, und nichts mehr hinzukommen muss.

Manchmal, meist abends, bestürzt mich, wie „unbewusst“ ich tagtäglich viele Stunden lang durchs Leben gleite. Ich esse und trinke, arbeite, unterhalte mich, und die Zeit vergeht. Doch irgendwie bin ich nicht voll präsent, nicht völlig da im Moment. So viele Eitelkeiten verlangen nach meiner Aufmerksamkeit und Kraft. Ich will genügen – anderen und mir selbst. Ich will gut sein und gelobt werden. Ich will Anerkennung. Ich will besser sein. Ich will verglichen werden und den Vergleich gewinnen. Ich will mich entwickeln und hoch hinaus, höher, immer weiter. Doch all das verklebt auch mein Gespür für die Schönheit des Lebens – und vor allem für jene wundervolle Verbindung zu der Frau an meiner Seite, die wichtiger ist als alle Eitelkeiten zusammen.

Liebe kann schüchtern sein. Ich bin deshalb vorsichtig geworden, sie mit Superlativen zu überfrachten, ihr einen Status zuzuweisen, der sie nur erdrückt, weil er verlangen würde, dass sie so-und-so ist. Denn Liebe gedeiht dann am besten, wenn sie sie selbst sein darf und nicht bloß unseren Sehnsüchten, Erwartungen und Wünschen genügen soll. Liebe muss nicht erst geschaffen werden, sie ist einfach da. Und sie muss sich nicht beweisen.

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Über den Autor/die Autorin

Leon Reinhardts

Das Wahl-Nordlicht lebt in einer kleinen Ortschaft vor den Toren Hamburgs und wandert für sein Leben gerne. Immer wieder kommen ihm auf seinen Touren auch eigene Erlebnisse als Single und in früheren Beziehungen in den Sinn, die er jetzt auch auf beziehungsweise teilt.