Der Prozess des Loslassens

Sich aus Beziehungen zu lösen ist schwer. Ich meine nicht das Schlussmachen an sich, sondern das Loslassen von dem, was einen innerlich an die Person gebunden hat

Es ist auch egal, ob man der verlassene oder verlassende Mensch ist; das sich aus einer emotionalen Verbindung lösen ist für beide Seiten schwer – weil da eben Erinnerungen sind, die man mochte, ganz spezielle Momente, die man nicht von sich stoßen kann und will; auch dann nicht, wenn man weiß, dass man es muss, weil der bloße Gedanke daran, dass sich das niemals wiederholen wird, so weh tut, dass das Herz zu platzen droht.

Ich war schon häufig mit dem Loslassen konfrontiert. Mal lag es an mir, mal an der anderen Person. Und es war jedes Mal aufs Neue schwer, so als wäre man in einem Labyrinth gefangen, bei dem hinter jedem vermeintlichen Ausgang eine neue Gefahr lauert, die einen nicht voranbringt, sondern rückwärts treibt.

Davonlaufen war noch nie eine gute Idee

Man gerät plötzlich ins Straucheln, fällt, obwohl man sicher war, dass man ganz kurz vorm Durchbruch stand. Also wählt man einen anderen Weg, weil der Erstimpuls nicht funktioniert hat. Man geht den des absoluten Leides und den der Freude. Die Gefühle sind ein Rummelplatz. Man nimmt die Geisterbahn und den Zuckerwattestand, probiert auch alles zwischendrin, aber nichts hilft. Am Ende hat man den Bauch voll und sich ein wenig gegruselt, aber ist kein bisschen vom Platz gekommen. Der Irrgarten scheint ausweglos – und man fragt sich, wo man eigentlich falsch abgebogen ist.

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