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Wie ich lernte, (auch) deine Macken zu lieben

Bartstoppeln im Waschbecken? Socken im Flur? beziehungsweise-Autorin Jule Malz über Macken und den Umgang mit diesen liebenswerten Besonderheiten des Partners 

Auf dem Hocker neben meinem Bett lag für geraume Zeit eine Quitte. Sie lag da nicht zu dekorativen Zwecken, sie hatte eher eine pädagogische Funktion. Im Garten meiner Schwiegereltern steht nämlich ein Quittenbaum. Mein Schwiegervater liebt ihn, meine Schwiegermutter nicht. Mit der Ernte dieses Quittenbaums und der anschließenden Verarbeitung dieser Ernte zu Marmelade und anderen Sachen steht die ansonsten stabile Ehe meiner Schwiegereltern jährlich nah am Abgrund. Und weil ich bei der letzten Ernte gerade frisch verheiratet war, dachte ich bei mir: Den Quittenbaumerntestreit merke ich mir. Ich lege mir eine Quitte neben das Bett, damit ich nicht vergesse, dass man in einer Partnerschaft die Quitte im Dorf lassen sollte.

Macken machen erst besonders – und besonders liebenswürdig

Die berühmte Zahnpastatube – falsch aufgerollt ein Trennungsgrund. Ebenso der feuchte Rand, den Gläser hinterlassen, wenn sie nicht auf Glasuntersetzern stehen. Die liegen gelassene Socke. Die nicht richtig zugeschraubte Saftflasche. Es gibt eine große Liste kleiner Dinge, die trotz ihrer eigentlich geringen Bedeutung eine äußerst mächtige Rolle in Beziehungen spielen können.

Hinter dem Ärger über eine solche Sache steht dabei die persönliche Verletzung und Irritation. Aha, der andere respektiert also meine Wünsche nicht! Die liegengelassene Socke bereitet ja so als Socke für sich noch keinen Kummer. Dieser entsteht erst dadurch, dass man in der Socke die Botschaft für etwas Unerhörtes liest. Nämlich, dass es den Partner nicht im Geringsten interessiert, dass wir per se etwas gegen liegengelassene Dinge haben und wir dann wieder diejenigen sind, die die Socke wegräumen müssen.

Und wenn das mit den Socken schon so überhandnimmt, welche Armeen an anderen Sachen wird der andere noch herumliegenlassen? Wird man dem Partner künftig nur noch immer alles hinterher räumen müssen? Halt! Allein das Schreiben dieses Absatzes bereitet schon Kopfschmerzen. Wenn eine kleine, einsame Socke so viel Wirbel zu verursachen mag, dann ist man vielleicht gut damit beraten, die eigenen Prioritäten in der Partnerschaft zu überdenken.

Mit unlösbaren Konflikten leben lernen

Es ist völlig unrealistisch, eine Beziehung mit einem anderen Menschen zu führen, ohne sich nicht an etwas zu stören. Das gehört dazu. Wir unterscheiden uns. In den guten Eigenschaften und in den weniger guten Eigenschaften. Nur fallen die weniger Guten erst auf, wenn man sich längere Zeit das Bett, das Bad, den Kühlschrank und den Lesesessel teilt.

Man könnte sich dann überlegen, auf welche Aspekte einer Beziehung man seine Energie verwenden will und wie man seine Zeit zu zweit gestalten möchte. Fünf Minuten Ärger pro liegengelassener Socke oder regelmäßig morgens eine Runde Ärger in Gegenwart der Zahnpastatube erscheint da eigentlich schon zu viel.

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Über den Autor/die Autorin

Julia Malz

Julia Malz zog es 2001 aus dem Rheinland an die Elbe. Im neuen Heimathafen Hamburg schreibt sie seit 2009 als freie Journalistin und Autorin für Kunst-, Kultur- und Wirtschaftsformate. Die Inspiration für ihre Texte zieht sie aus der Literatur, dem schönen Leben und natürlich dem Wunder, das wir Liebe nennen.