Wenn der Partner an sich selbst (ver)zweifelt

Nicht jeder hat die Gabe, optimistisch, mutig und voller Sonnenschein im Herzen durchs Leben zu gehen. Wenn dunkle Wolken aufziehen, ist es besonders wichtig, als Paar zusammenzuhalten und den Partner zu unterstützen

Kennen Sie das? Sie kommen bestens gelaunt nach Hause, voller Tatendrang und Energie und entdecken Ihren Liebsten oder Ihre Liebste, wie er oder sie auf dem Sofa sitzt und vor sich hinstarrt. Alle Versuche, ihn oder sie mitzuziehen, misslingen. Ihr Partner oder Ihre Partnerin hat einen dieser Tage, an denen alles grau ist. An dem Selbstzweifel bohrend nagen und den eigenen Selbstwert massiv runterziehen. An solchen Tagen ist meist auch in der Beziehung nicht gut Kirschen essen, da Sie beide auf völlig unterschiedlichen Stimmungswellen reiten.

Das Plus: Selbstkritik ist eine tolle Eigenschaft

Zunächst die gute Seite: wer sich reflektieren kann, entwickelt sich weiter. Ein Mensch, der seine Schwächen kennt und diese auch zugibt, entpuppt sich als eine gute Partie, da er nicht rechthaberisch oder egozentrisch in der Liebe ist, und bereit, sich auf den anderen einzulassen. Es zeugt von Nähe und Vertrauen, sich nicht immer perfekt geben zu müssen, sondern mit dem anderen das innere Ich mit all seinen Ängsten und Verletzlichkeiten teilen zu können.

Das Minus: Selbstzweifel können zerstörerisch wirken

“Ich kann das nicht. Ich schaffe das nicht. Ich habe keine Visionen, kein Ziel vor Augen. Ich bin einfach nicht gut genug.”

Schon mal gehört?

Wegwischen und Kleinreden mit Floskeln werden die schlechte Laune Ihres Partners nur verstärken. Hier helfen Empathie und offenes Ohr. Das bedeutet aber mitnichten, dass Sie in die negative Litanei ein- und allem zustimmen sollten. Das würde das negative Selbstbild nur bestärken und auf Dauer verfestigen.

Hören Sie erst einmal aufmerksam zu. Versuchen Sie, sich in den Partner hineinzuversetzen. Es mag Ihnen wie eine lächerliche Lappalie erscheinen, doch Ihren Liebsten belastet etwas sehr. Er braucht Ihr ernst gemeintes Verständnis und Ihre aufrichtige Akzeptanz, um sich seiner Angst zu stellen. Um der Sorge, es niemandem recht machen zu können und anderen nicht zu genügen, zu begegnen und sie auf einen realistischen Prüfstand zu stellen.

Bringen Sie dann positive Beispiele, in denen Ihr Partner Sie nachhaltig beeindruckt hat mit seinen Eigenschaften oder Leistungen.

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