Warum Paare auf Sprachnachrichten getrost verzichten können

Sie sind in Mode und es werden immer mehr: Sprachnachrichten, verschickt über WhatsApp und andere Messenger. Was für Teenies noch funktionieren mag, ist für erwachsene Paare eher hinderlich – findet beziehungsweise-Autorin Simone Deckner

Wissen Sie noch, was sie im Sommer 2013 gemacht haben? WhatsApp schon. An einem Sonnabend im August führte der Messenger-Dienst, den heute weltweit rund 1,5 Milliarden Menschen nutzen, einen neuen Service ein: die Sprachnachricht. Seither kann man nicht nur chatten und Bilder versenden, sondern auch selbst aufgenommene Voice Messages an sein gesamtes Adressbuch heraus hauen – wenn man denn will.

Viele wollen: 55 Prozent aller Messenger-Nutzer in Deutschland sendeten im vergangenen Jahr Sprachnachrichten. Dabei gilt die Regel: je jünger, desto häufiger: Spitzenreiter sind die 14 bis 29-Jährigen mit 73 Prozent. Aber auch die Smartphonebesitzer zwischen 30 und 64 Jahren sind noch mit 50 Prozent dabei. Wie viele unter ihnen Paare sind, kann nur vermutet werden. Eine nicht repräsentative Umfrage im (mittelalten) Freundeskreis ergab jedoch folgendes Bild: Sprachnachrichten – du liebst oder du hasst sie.

Wieso nicht gleich anrufen?

Ich will nicht lange drum herum reden. Ich mag sie nicht sonderlich. Wieso sollte ich eine Sprachnachricht senden statt anzurufen? Oder schön oldschool zu simsen? „Was willst Du denn, alte, technikfeindliche Frau?“, höre ich es da schon aus den Reihen der Jugend von heute nölen. Wir senden Sprachnachrichten, weil wir es können. Es ist praktisch und modern. Und außerdem: Wer eine Fernbeziehung führt und Sehnsucht nach der Stimme des anderen habe, für den gibt es nichts Besseres!

Ein Mobilfunk-Provider etwa verallgemeinert nonchalant: „Gerade bei Paaren freut man sich doch mehr darüber, die Stimme des anderen zu hören, als einfach nur geschriebenen Text zu lesen.“

Ähm, nein.

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