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„Mein Freund überwacht mich ständig“: Zum Umgang mit extrem wachsamen Partnern

Beziehungen mit stark wachsamen, geradezu paranoiden Menschen sind eine echte Herausforderung. Wir geben Tipps, wie sie dennoch gelingen können

Hannes, der Wachsame

Eigentlich sind Paula und Hannes (Namen geändert) ein Herz und eine Seele. Sie ist quirlig und lebendig, er vielleicht ein bisschen sehr verkopft, dafür aber mit einer gehörigen Portion Humor. Sie sind ein gutes Team. Paula weiß, was sie an Hannes hat. Hannes ist treu, Hannes meistert Herausforderungen, bevor Paula sie überhaupt bemerkt, Hannes gibt ihr das Gefühl, wirklich genau die Frau zu sein, mit der er sein Leben verbringen möchte. Sie weiß, dass sie sich auf ihn verlassen kann – immer, ohne Wenn und Aber …

Aber ganz ohne Konflikte ist ihre Beziehung dann leider doch nicht. Denn Hannes ist auch jemand, der ständig darüber Bescheid wissen möchte, was vertraute Personen gerade machen, denken und fühlen. Wenn Paula ab und an mal mit ihrer Clique einen „Mädelsabend ohne Anhang“ veranstaltet, durchlebt der „alleingelassene“, tief verunsicherte Hannes in ihrer gemeinsamen Wohnung ein Wechselbad der Gefühle. „Du bist ein Kontrollfreak, du bist ständig grundlos eifersüchtig, du überwachst mich, lass doch mal locker und vertrau mir einfach, ich lieb dich doch,“ ist Paula neulich sogar mal herausgerutscht.

Merkmale von wachsamen Partnern

Hannes ist offenbar ein stark „wachsamer Partner“. Wachsame Menschen zeichnen sich u.a. durch folgende Merkmale aus:

  • Vorsicht ist oberstes Gebot: Vertrauen ist gut, Kontrolle und Vorsicht sind besser, so das Motto wachsamer Menschen. Sie müssen erst einmal alles „überprüfen“, bevor sie sich voll und ganz auf jemanden oder etwas einlassen können. Auch innerhalb einer zwischenmenschlichen Beziehung, handle es sich dabei nun um eine Liebesbeziehung oder eine Freundschaft, „überwachen“ sie das Miteinander so genau und so beharrlich wie kaum ein anderer Persönlichkeitstypus.
  • Misstrauen und Eifersucht: Natürlich geht der Hang zu Kontrolle und Vorsicht auch mit häufigem Misstrauen und Eifersucht einher. Wachsamen Menschen wie Hannes fällt es schwer, zu vertrauen und anderen Menschen „Vorschusslorbeeren“ zu gewähren. Wo andere erst einmal gute Absichten unterstellen, sind sie misstrauisch. Wichtig: Der Hang zu Misstrauen und Eifersucht ist Ausdruck der Persönlichkeit des wachsamen Menschen (die zweifellos durch verschiedene Faktoren geprägt wurde), nicht unbedingt Reaktion auf eine „reale Bedrohung“ oder lediglich ein Resultat einer Selbstwertverletzung.
  • Empfindlichkeit für Kritik: Wachsame Menschen sind sehr empfindlich, was Kritik an ihrer Person anbelangt. Sie haben hierfür ausgesprochen feine Antennen und fühlen sich schnell verletzt.
  • Aufmerksamkeit: Die Wachsamkeit dieser Persönlichkeit geht mit einer starken, dauerhaften Aufmerksamkeit für das Tun anderer Menschen einher. Wachsame Menschen sind sehr genaue Beobachter, denen selten etwas entgeht.
  • Loyalität wird großgeschrieben: Hat man erst einmal die Achtung und das (zugegeben etwas labile) Vertrauen eines wachsamen Menschen gewonnen, wird sich dieser enorm ins Zeug legen und seinerseits alles dafür tun, es zu rechtfertigen.
  • Unabhängigkeit: Wachsame Menschen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Unabhängigkeit aus, auch was Meinungen betrifft. Sie unterwerfen sich nicht freiwillig den Ansichten und Lebensplänen anderer, sondern haben einen starken, eigenen Willen und sind unbestechlich. Auf ihr Wort ist Verlass, denn es ist ihr Wort.
  • Intellekt und Scharfsinnigkeit: Wachsamkeit meint weniger ein „emotionales Erspüren“ als ein rationales Beobachten. Wachsame Menschen und Partner werden von anderen meist eher als intellektuell/Kopfmensch denn als emotional/Gefühlsmensch gesehen. Mit dem offenen Gefühlsausdruck tun sich die meisten wachsamen Menschen tendenziell schwer.
  • „Machtkämpfe“: Aufgrund ihres starken Bedürfnisses nach Kontrolle und Vorsicht sowie ihre ausgeprägte Unabhängigkeit kann es teilweise zu heftigen Machtkämpfen mit wachsamen Persönlichkeiten kommen (besonders, wenn sie auf Persönlichkeiten treffen, die selbst stark, dominant und „eigensinnig“ sind).
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Über den Autor/die Autorin

André Martens

André Martens ist Philosoph und Psychologe. Er schreibt leidenschaftlich gern - nicht zuletzt über die Liebe. Ob wir uns diesem Phänomen mit Worten tatsächlich annähern können, ist seine große Lebensfrage. Und solange er die Antwort nicht kennt, schreibt er fleißig weiter.