Er will… und was wollen Sie?!

Wenn man in einer Internetsuchmaschine die Worte „er will“ eingibt, kommen sofort rund eine halbe Million Ergebnisse. Bei „er ruft nicht sofort zurück“ sind es über 18 Millionen. Gabi Golling erläutert ein paar unangenehme Wahrheiten zu diesem Phänomen

Kennen Sie den Film „Er steht einfach nicht auf Dich“? Dort wird anschaulich erklärt, dass es manchmal ganz banale und einfach zu verstehende Gründe gibt, weshalb der Traummann nicht mehr anruft. Leider scheint bei vielen Frauen nur der Teil des Filmes hängen zu bleiben, wo die Pärchen doch wieder zusammen kommen oder es wenigstens mal versuchen wollen.

Wie so häufig in solchen Hollywoodfilmen fehlt der wesentliche Teil einer Beziehung komplett: Die Kommunikation miteinander – und mit sich selbst.

Denn bevor man miteinander spricht, ist es wichtig, auch Klarheit für sich selbst zu haben. Was man vom Partner erwartet, was man selbst bereit ist zu geben und wo genau die persönlichen Grenzen beginnen. Natürlich lässt sich vieles auch innerhalb eines Gesprächs ausloten. Das erfordert von beiden Gesprächspartnern Offenheit und Bereitschaft.

Und weil Kommunikation auf Augenhöhe nicht immer spaßig ist, bemühen Frauen gern zunächst wie oben beschrieben die Suchmaschine, Internetforen oder strapazieren die Nerven der besten Freundin – und das muss man jetzt mal so deutlich sagen – mit Rumgejammer.

Daher hier ein paar klare Worte einer wohlgesonnenen Freundin:

„Er will mir einfach nicht zuhören…“

Ganz genau. Und auch wenn Sie auf ihn einreden, bis ihm Blut aus den Ohren fließt; Er will eben nicht.

Was wollen Sie?

  • Dass er sich ändert? Dann ist das der falsche Weg.
  • Dass er etwas anderes macht? Sagen Sie ihm genau, was. Kurz und knackig. Aber leben Sie auch damit, wenn er dazu keine Lust hat. Es ist doch eine Bitte und kein Befehl, oder?
  • Dass er Sie in den Arm nimmt? Bitten Sie ihn einfach darum.
  • Dass er Sie versteht? Dann versuchen Sie es mal mit anderen Worten oder einem anderen Tonfall. Irgendetwas, das ihm beim Verstehen helfen könnte….

„Er will seine Ruhe haben… Das ist seine Art mir zu sagen, dass er mich braucht.“

Falsch gedacht. Wenn er sagt, dass er seine Ruhe will, dann gehen Sie davon aus, dass er das auch so meint. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann ebenso in Rätseln und Verklausulierungen spricht wie eine Frau, ist relativ gering.

Was wollen Sie? Ihm jetzt Aufmerksamkeit schenken, in der Hoffnung, dass er sich dafür auch noch dankbar zeigt (wo er doch seine Ruhe wollte)? Quatsch. Nutzen Sie die Zeit für sich, gehen Sie spazieren, tun Sie etwas für sich selbst, denn wenn er wieder auftaucht, kann er sich auf eine zufriedene und entspannte Frau freuen.

Und wenn er sich nicht mehr meldet, dann investieren Sie Ihre Energie in etwas anderes oder einen anderen.

„Ich habe doch alles gemacht und getan, was er will. Er ist so ein toller Mann.“

So toll, dass Sie komplett vergessen, wer Sie selbst sind, was Sie können und was Ihnen vorher im Leben wichtig war. Man kann nicht ausschließen, dass es solche Phänomene gibt. Meistens liegt es jedoch eher daran, dass sich frau nicht wirklich im Klaren ist, wie genau sie eine Beziehung führen möchte. Mit allen Vor- und Nachteilen. Aber bitteschön sicher nicht nur zum eigenen Nachteil. Also, was genau wollen Sie? Und macht und tut er davon auch etwas?

„Er will erst mal keine Beziehung.“

Fakt oder Ausrede? Was wollen Sie?

Wenn es Ihnen ausreicht, dass es eher auf eine Freundschaft mit Extras hinausläuft oder gar eine Affäre, dann ist doch alles gut.

Auf gar keinen Fall sollten Sie sich darauf einlassen, wenn Sie in Wirklichkeit etwas anderes wollen. Denn er spürt Ihre Sehnsucht nach einer festen Beziehung mit allem Drum und Dran. Womöglich sogar noch Ihren Kinderwunsch und das ganze Rahmenprogramm?

Wenn er das schon zu Beginn mitkriegt, ist diese Ausrede eine klassische Verzögerungs- oder sogar Abwehrtaktik. In diesem Fall hilft jetzt eher Verlangsamung und mehr Distanz. Überredungsversuche oder psychologische Spielchen erreichen garantiert das Gegenteil.

Liebe Frauen, zwei kurze Merksätze, falls Sie in einer solchen „er, er, er“-Falle stecken:

  • Solange Sie sich selbst Ausreden für ihn überlegen, braucht er nicht aktiv zu werden.
  • Bedürftigkeit macht unattraktiv!

Bleiben Sie bei sich und lassen Sie Ihre Gedanken lieber um sich selbst kreisen – nicht um ihn. Tun Sie alles, was Sie selbst zufrieden macht und wofür Sie keinen Partner brauchen. Die beste Freundin ist bei diesen Aktivitäten sicher viel lieber dabei als beim Jammern.

Wenn Sie in der Lage sind, für sich allein glücklich zu sein, dann werden Sie ohnehin so attraktiv, dass keiner an Ihnen vorbei kommt, ohne Sie zu bemerken. Machen Sie sich emotional unabhängig. Dann ist es viel schöner, sich auf den anderen einzulassen ohne mit der eigenen Persönlichkeit unterzugehen.

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