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Dienerin, Blenderin oder Flüchtende: In welcher Beziehungsrolle finden Sie sich wieder?

Überkompensation

Diesen Bewältigungsstil zeigt die Helfer-Rolle des Blenders. Er ist gewissermaßen gekennzeichnet durch »Vorwärtsverteidigung«. In der Überkompensation treten Menschen aggressiv, fordernd, dominant oder auch angeberisch auf. Dahinter steckt oft Angst und Minderwertigkeitserleben – dann lässt sich Überkompensation gewissermaßen mit dem Prinzip beschreiben: »Ich baue mich erst mal ganz groß vor dem anderen auf, bevor der auch nur auf die Idee kommt, mir das Wasser reichen zu können«. Manchmal steht dahinter auch eher Verwöhntheit und Selbstüberschätzung. Um diese Unterscheidungen wird es später im Zusammenhang mit den Kind-Rollen noch genauer gehen.

Vermeidung

Diesen Bewältigungsstil zeigt die Helfer-Rolle des Flüchtenden. Das bedeutet im Wesentlichen, dass Gefühle vermieden werden. Dies kann auf verschiedene Art und Weise geschehen – zum Beispiel suchen Menschen Situationen gar nicht erst auf, in denen es emotional oder herausfordernd werden könnte. Oder sie gehen Konflikten oder gar Beziehungen allgemein aus dem Weg. Vermeidung kann aber auch durch den Konsum von beruhigenden Substanzen passieren – wenn man etwas Alkohol getrunken hat, spürt man Gefühle nicht mehr so stark. Manche Menschen mit der Helfer-Rolle des Flüchtenden lenken sich auch durch dauernde Beschäftigung ab und vermeiden so.

Diese Rollen entwickeln wir häufig schon in unserer Kindheit als Überlebensstrategie für diese  Lebensphase. Erfährt ein Kind zum Beispiel viel Abwertung und Aggression, zieht es sich in die Rolle des Flüchtenden zurück, um mögliche Auslöser von Aggression zu vermeiden. Dadurch schützt es sich vor weiterer Gefahr und negativen Erfahrungen. Allerdings entwickeln diese Bewältigungsstile im Laufe des Lebens oft eine gewisse Eigendynamik. Sie bleiben bestehen, obwohl wir eigentlich mittlerweile viel mehr Freiheit haben, uns auszudrücken, und uns auch ohne Flucht gut um uns und unsere Bedürfnisse kümmern könnten. In erwachsenen Beziehungen stören solche Rollen dann meist. So führt die Rolle des Flüchtenden, die früher vor Gefahr geschützt hat, jetzt dazu, dass ich keinem anderen Menschen wirklich nahekomme. Dadurch kann ich auch nicht die Erfahrung machen, geliebt zu werden und mich in Beziehungen wirklich sicher zu fühlen.

Der erste Schritt besteht also darin, dass man zunächst seine verschiedenen Rollen kennenlernt und versteht, wo sie herkommen. In der Folge geht es dann darum, wie man seine Rollen so verändern (teils aufbauen, teils reduzieren) kann, dass man letztlich seine Bedürfnisse immer besser und angemessener ausdrücken und erfüllen kann. Da die Helfer-Rollen gerade in komplizierten Beziehungssituationen oft im Vordergrund stehen, ist es wichtig, sie bei sich und anderen zu erkennen.

Was kann dir helfen, deine eigenen Muster besser zu erkennen?

  • Sprich mit guten Freunden darüber, und frag nach, wenn du etwas nicht verstehst, was du rückgemeldet bekommst.
  • Sei ehrlich mit dir selbst. Menschen neigen grundsätzlich dazu, die Verantwortung für Fehler und Probleme bei anderen zu sehen. Das ist ganz normal, bringt dich aber nicht weiter in der Selbsterkenntnis.
  • Akzeptiere die Tatsache, dass auch du Widerstand hast, und schau dorthin, wo es wehtut. Wenn du zum Beispiel auf eine kritische Rückmeldung besonders heftig reagierst, solltest du erst recht überlegen, ob etwas dran ist!
  • Nimm es leicht und mit Humor! Je besser du auch mal über dich lachen kannst, umso leichter fällt es dir, die Dinge auch dann mit Abstand zu sehen, wenn deine Muster gerade wieder aktiviert werden.
  • Akzeptiere dich erst mal einfach so, wie du bist! Wenn wir ungünstige Muster an uns selbst sehen, wollen wir sie oft gleich fundamental ändern. Das geht aber nicht, bei niemandem. Wenn du das erst mal grundsätzlich akzeptierst, bist du offener dafür, dich auch mal kritisch zu reflektieren

Gitta Jacob / Alexandra Widmer
„Anleitung zum glücklichen Lieben
– Raus aus falschen Beziehungsmustern und endlich den Richtigen finden“

ISBN 978-3-407-86583-0 Print
ISBN 978-3-407-86599-1 E-Book (EPUB)

16,95 €
erhältlich beim Beltz Verlag

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