Väter, zeigt Emotionen – Pokerface war gestern!

Was können Sie als Vater aktiv tun?

Sprechen Sie offen über Ihre eigenen Gefühle. Seien Sie ein Vorbild für Ihr Kind. Wenn Sie Ihre eigenen Emotionen zeigen und auch benennen, lernt Ihr Kind, dass emotionales Verhalten (auch) beim männlichen Geschlecht ganz selbstverständlich ist. Erzählen Sie beim Abendessen regelmäßig, worüber Sie sich tagsüber gefreut oder geärgert haben. Was hat sie überrascht, was verunsichert? Und ab dem Kindergartenalter können Sie auch Ihr Kind fragen, welche emotionalen Situationen es tagsüber in der Kita oder in der Schule erlebt hat. Freuen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind über positive Emotionen und zeigen Sie Anteilnahme bei negativen Emotionen. Wenn nötig, überlegen Sie gemeinsam nach Lösungen, wie sich das aktuelle Gefühl bei Ihrem Kind verändern kann.

Zeigen Sie Ihrem Kind und der ganzen Welt, wie glücklich, unsicher oder ängstlich Sie sind. Jede Emotion, ganz gleich, ob sie positiv oder negativ besetzt ist, hat für uns Menschen eine wichtige Funktion. Daher sollten Sie als Vater auch keine Gefühle unterdrücken oder überspielen. Sagen Sie Ihrem Kind ruhig, wenn Sie mal genervt oder traurig sind. Auch das gehört zur kindlichen Entwicklung dazu. Kinder, die einen positiven Umgang mit Emotionen in ihrer Familie erleben, sind als Erwachsene zufriedenere Partner und Eltern.

Lesen Sie Ihrem Kind Bilderbücher vor. Lachen Sie an lustigen Stellen laut mit und fangen sie an zu flüstern, wenn es spannend wird. Ihr Kind wird Ihre Mimik, Gestik und Stimme ganz genau beobachten.

Erraten Sie mit Ihrem Kind spielerisch Gesichtsausdrücke. Im Wechsel zeigt jeder von Ihnen eine bestimmte Emotion, beispielsweise Trauer. Fotografieren Sie den Gesichtsausdruck mit Ihrem Smartphone. Sammeln Sie so einige Gefühlsausdrücke zusammen. Überlegen Sie anschließend, welche Emotionen auf den Bildern zu sehen sind.

Alle Gefühle sind erlaubt – aber nicht jedes Verhalten

Jeder Mensch sollte im Laufe seiner Kindheit lernen, dass alle Gefühle erlaubt sind. Aber nicht jedes Verhalten! Der trotzige dreijährige Junge im Supermarkt muss die Rückmeldung bekommen: Ja, du darfst auf Mama und Papa wütend sein, aber mit den Füßen um sich zutreten, ist absolut nicht okay.

Ein letzter Satz: Aus Kindern, die von Mama und Papa Emotionen erleben, werden emotionale Erwachsene.


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Als unsere Autorin ein Baby war und im Krankenhaus um ihr Leben kämpfte, verließ ihr Vater die Familie. Im Alter von 20 Jahren erfuhr sie, was damals alles passiert ist und brach den Kontakt zu ihrem Vater für fast ein Jahr ab. Heute ist unsere Autorin 30 Jahre alt und reflektiert die schwierige Vater-Tochter-Beziehung in einem Brief.