Wie Oz unsere Liebe verzaubert hat

Es begann mit einer vermeintlich plumpen Anmache, wurde zur Liebe auf den zweiten Blick und zu einer Beziehung, die etliche Höhen und Tiefen durchlebte. Eine ganz besonders zauberhafte Liebesgeschichte, die unsere Leserin bis ans andere Ende der Welt führte

Ich hatte gerade einen neuen Job als Fitnesstrainerin in Berlin angefangen, für den ich meine Heimatstadt verlassen musste. Es ging mir nicht gut zu dieser Zeit, denn meine damalige Beziehung stand kurz vor dem Aus, alles lief irgendwie anders als geplant: Er war in eine andere Stadt gegangen, ohne mich nach meiner Meinung zu fragen, die Trennung war nur noch eine Frage der Zeit. So fühlte ich mich umso mehr verloren in einer viel zu großen Stadt, in der ich kaum jemanden kannte und in der mir alles irgendwie fremd war. Hinzu kommt, dass es als Trainerin im Studio nicht leicht ist, schon gar nicht in Berlin, wie ich feststellen musste, da ich häufig damit beschäftigt war, mir gute – und gleichzeitig professionelle – Konter gegen reichlich plumpe Anmachen einfallen zu lassen.

Alles keine guten Voraussetzungen als du mich angesprochen hast, als ich nach der Arbeit selbst am Trainieren war. Du fragtest mich, warum ich denn so viel trainiere, wo ich doch schon gut aussehe … Ich dachte mir nur, um Gottes Willen, die nächste geistlose Anmache und habe dir durch die Blume zu verstehen gegeben, dass ich vergeben bin. Dabei ging es dir selbst nicht gut, deine Beziehung stand ebenso kurz vor dem Aus. Du wolltest damals einfach nur nett sein und ich habe es nicht gesehen.

Es vergingen sechs Monate, in denen wir uns nicht gesehen haben, denn du hast meist in einem anderem Studio trainiert. In dieser Zeit ging meine Beziehung zu Ende genauso wie deine. Dann an einem Freitag Abend im November, es war nicht viel los, kamst du zu mir, um mich nach der Kündigungsfrist deines Vertrages zu fragen. Ich habe kurz im Computer nachgeschaut, während dessen hast du mir von deinen Plänen erzählt für ein Jahr nach Australien zu gehen. Es war die Art, wie du mich angestrahlt hast, dein Lächeln, wie du mit mir geredet hast, deine Stimme, ich habe dich plötzlich in einem Licht gesehen, das ich zuvor einfach nicht wahrgenommen hatte. Ich hatte nur noch einen Gedanken: Was für ein toller Mann!

Dann hast du mir im Gehen diesen Blick über die Schulter zugeworfen, der mich durchbohrt hat. Und es hat geknallt wie noch nie zuvor. Ich war total geflasht und wusste erstmal nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich habe erstmal einer Freundin geschrieben, dass ich mich gerade verknallt habe. Es ist ja auch ein billiges Klischee: Trainer und Kunde. Mein Vater, der mich an diesem Wochenende besuchte und den ich um Rat fragte, sagte allerdings etwas zu mir, was mich zum Umdenken bewegte: „Was ist, wenn er es ist? Willst du das verpassen, nur weil er zufällig trainiert, wo du arbeitest?“

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