Man spielt nicht mit Menschen – das macht man einfach nicht!

Wie sehr man sich in einem Menschen täuschen kann … Nach einer furchtbaren Enthüllung kämpft unsere anonyme Autorin mutig um ihr verloren gegangenes Vertrauen in die Liebe

Das Eidgenössische Jodlerfest. Eigentlich wollte ich gar nicht hingehen, da mich diese Musikrichtung nie wirklich begeistern konnte. Männer waren in dieser Zeit für mich kein Thema, da ich gerade mit dem Studium an der Fernuni begonnen hatte. Aus Spaß forderte ich einen jungen, sehr hübschen Jodler auf, mit mir zu tanzen. Auf einen Tanz folgte der nächste und das bis in die frühen Morgenstunden. Wir lachten viel, redeten viel und ich fragte ihn schließlich, ob er in einer Beziehung sei. Er verneinte und meinte, er habe vor einem Monat mit ihr Schluss gemacht. Er ließ mich so lange nicht gehen, bis ich ihm endlich meine Nummer gegeben hatte. Keine zehn Minuten später hatte ich eine so niedliche Nachricht auf meinem Handy, dass mir richtig warm ums Herz wurde. Eine Woche später saß er bereits bei mir am Frühstückstisch, zusammen mit meiner Familie. Drei Wochen später waren wir eine feste Einheit.

Wir erlebten viele unvergessliche Momente, trotz einer Fernbeziehung. Jedes Wochenende gingen wir wandern, reiten, schwimmen und vieles mehr. Aus Wochen wurden Monate und ich war mir sicher, ich sei endlich angekommen. Ich dachte wirklich, ich hätte meinen Seelenverwandten gefunden. Ich habe ihn nicht gesucht, aber gefunden, lautete meine Devise. Ich hatte nie einen Zweifel daran, dass er aufrichtig zu mir war.

Wir buchten unsere ersten gemeinsamen Ferien. Es sollten Ski-und Wellnessferien in Österreich werden. An einem Dienstagmorgen fuhr ich dann wie gewöhnlich zurück in meinen Kanton. Er sagte mir noch: „Ich liebe dich über alles. Du bist wirklich das Beste, was mir je passiert ist und ich werde dich nie gehen lassen.“

48 Stunden später machte er mit mir – übers Telefon – Schluss. Mit den Worten, es habe schon seit längerem nicht mehr für ihn gepasst. Es riss mir wortwörtlich den Boden unter den Füßen weg. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Es kam aus dem Nichts. Vor allem aber gab es keine Vorahnungen.

Ich bat ihn, mich nicht mehr zu kontaktieren und mir meine Sachen zurückzusenden. Ich war so enttäuscht, dass er nicht einmal den Mut hatte, es mir persönlich zu sagen. Nach zwei endlosen Wochen voller Wut, Tränen und insbesondere Demut beschlich mich das Gefühl, dass ich Kontakt mit seiner Ex-Freundin aufnehmen sollte.

Ich erzählte ihr, was mir widerfahren war. Ich wusste, dass er sie ziemlich übel abserviert hatte. Aber was sie mir dann erzählte, ließ mich wirklich daran zweifeln, ob wir ein und dieselbe Person gekannt hatten. Sie erzählte mir, dass sie noch mit ihm zusammen gewesen sei, als er das erste Mal bei mir am Frühstückstisch saß, als wir beide gemeinsam auf einem Fest waren und als ich das erste Mal bei ihm übernachtete. Am Vorabend hatten sie sogar noch zusammen Sex gehabt.


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