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Gibt es einen falschen Zeitpunkt, wenn die Liebe richtig ist?

Er ist frisch getrennt – und sie zweifelt, ob er schon bereit sein kann für eine neue Beziehung. Wann ist es zu früh und wann ist es eine verpasste Chance, fragt unsere anonyme beziehungsweise-Autorin

Vor einiger Zeit habe ich einen Mann getroffen. Wir lernten uns über eine Dating-App kennen und verabredeten uns nach kurzem Hin- und Herschreiben spontan für einen Mittwochabend. Meine Erwartungen waren niedrig. Hatte ich doch eigentlich die Hoffnung schon aufgegeben, übers Internet einen interessanten Mann mit ernsten Absichten zu finden. Ich ging davon aus, wir würden zusammen ein oder zwei Bier trinken, uns verabschieden und uns darin einig sein, dass das „irgendwie nicht passt“. Dann würden wir das Treffen beenden und nie wieder voneinander hören. So weit die Theorie.

An besagtem Mittwochabend trafen wir uns am Hamburger Hafen, um in einem Beachclub etwas zu trinken. Ich war – wie üblich – zehn Minuten zu früh. Er verspätete sich. Immerhin hatte er mir geschrieben, dass er ein paar Minuten später kommen würde. Meine Erwartungen sanken proportional zu meiner Laune. Zu spät kommen gibt bei mir direkt einen dicken Minuspunkt. Kurz nach 19 Uhr kam er um die Ecke: groß, gutaussehend und äußerst charmant. Ich war direkt skeptisch. Hatte ich doch schon genügend Dates mit Männern dieser „Kategorie“ gehabt, über deren Selbstverliebtheit und fehlenden Tiefgang ich nur den Kopf schütteln konnte.

Er war „noch nicht so lange“ getrennt …

Wir setzten uns. Er holte uns zwei Bier. Wir fingen an zu reden. Die üblichen Themen: Werdegang, Job, Hobbys. So weit, so normal. Als die Sonne langsam unterging, fragte ich, ob wir noch ein Stück spazieren gehen wollten. Ich bin grundsätzlich kein großer Fan davon, beim ersten Date in einer Bar zu sitzen, Tisch und Gläser sowie das Gefühl eines Bewerbungsgespräches zwischen einem. Wir schlenderten am Hafen entlang. Wir kamen auf unsere vergangenen Beziehungen zu sprechen. Für viele ist dies kein Thema für das erste Treffen, ich finde es nicht schlimm darüber zu sprechen.

Jeder hat eine Geschichte. In unserem Alter ist es normal, nicht die erste zu sein. Als er jedoch sagte, dass er „noch nicht so lange“ getrennt sei, schrillten bei mir schon leise die Alarmglocken. Hatte ich doch genau den gleichen Fall vor nicht allzu langer Zeit erlebt, dass ein Mann sich erst vor wenigen Monaten nach einer mehrjährigen Beziehung getrennt hatte und es sich herausstellte, dass er unter dem Deckmantel ernsthaften Interesses, eigentlich nur auf der Suche nach regelmäßigem Sex war.

Nachdem wir nicht sehr weit gegangen waren, fragte er, ob wir nicht langsam umkehren sollten. Ich dachte mir: Okay, er will den Abend beenden, zwei Stunden vergeudete Zeit, was soll’s. An der S-Bahnhaltestelle angekommen, machte er jedoch keinerlei Anstalten, den Abend beenden zu wollen, sondern fragte, ob wir noch irgendwo drinnen etwas trinken wollen. Ich stimmte zu und wir gingen in eine Bar. Dort angekommen lief es aus irgendeinem Grunde deutlich besser. Woran es lag: keine Ahnung. Wir redeten über Gott und die Welt, er machte mir Komplimente, wir lachten viel. Als wir uns verabschiedeten, hatte er endgültig mein Interesse geweckt. Von dem oberflächlichen Schönling, für den ich ihn anfangs gehalten hatte, war nicht viel übriggeblieben.

Danach sahen wir uns erst einmal eine Weile nicht, schrieben aber regelmäßig. Nach kurzer Zeit tauschten wir unsere Handy-Nummern aus. Schrieben weiter. Für einen Samstagabend verabredeten wir uns dann zum zweiten Mal. Ich war aufgeregt wie schon lange nicht mehr. Habe mich mindestens fünfmal umgezogen und mich am Ende doch für mein knallgrünes Lieblingskleid entschieden. Wir hatten geplant, essen zu gehen, dann Billard zu spielen und anschließend zu schauen, was der Abend bringt. Mit dem, was er bringen würde, hatten wir zu dem Zeitpunkt ziemlich sicher beide nicht gerechnet.

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Leserbeitrag

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