Du magst mich sehr, aber du liebst mich leider nicht

Liebe lässt sich nicht erzwingen. Das musste unsere anonyme Leserin auf schmerzhafte Weise erfahren. Welche Schlüsse zieht sie daraus? Wie kann es nun weitergehen?

Ich war gerade mitten im Leben. Gezeichnet von einer gescheiterten Liebe mit der Erkenntnis, dass man Menschen, die einem wichtig sind, oftmals aufgeben muss. Trotzdem lebte und genoss ich jeden Tag in vollen Zügen. Meine beste Freundin, gerade frisch getrennt, und ich machten die Nächte unsicher. Wir feierten, als ob es kein Morgen gäbe. Einen Abend lag ich in meinem Bett und plötzlich kamst du wieder in meine Gedanken. Wir kannten uns von früher. Schrieben damals einige Nachrichten hin und her, doch keiner von uns dachte damals daran, dass aus uns mal mehr werden könnte und somit verloren wir uns auch online aus den Augen. An diesem Abend gab ich gab also deinen Namen bei Facebook ein und schickte dir ohne Hintergedanken eine Freundschaftsanfrage. Sehr schnell wurde die Anfrage beantwortet und wir begannen auch gleich zu schreiben, über früher, was wir heute so machten und so weiter.

Als ich dich dann zum ersten Mal sah, verschlug es mir den Atem. Du betratst den Raum in Jogginghosen, ziemlich lässig mit diesem atemberaubenden Lächeln, noch etwas gezeichnet von deiner Geburtstagsfeier am Vortag. Mehr als ein leises, unsicheres „Hallo“ brachte ich nicht heraus. Auch du schienst begeistert von mir gewesen zu sein, zumindest machtest du den Eindruck. Als du mich dann nach unserem ersten Date geküsst hast, war es für mich klar: Du bist der Eine, den ich so lange herbeisehnte.

Die Wochen vergingen und trotz aller Unsicherheiten, die ich fühlte, spürte ich umso mehr, dass ich bei dir angekommen war. Du gabst mir das Gefühl, dass ich besonders bin, dass ich es wert bin, geliebt zu werden. Die Zeit verging wie im Flug und ich fühlte mich so wohl bei dir. Miteinander geschlafen haben wir zu dieser Zeit noch nicht. Wir wollten noch warten und es war ein schönes Warten. Ich hatte das Gefühl, dass unsere Nähe und Vertrautheit immer inniger wurde. Da ich von Natur aus ein ungeduldiger Mensch bin, konnte ich es kaum erwarten, endlich offiziell deine Freundin zu sein. Für mich schien alles perfekt und ich hatte auch den Eindruck, dass du sehr glücklich warst mit mir.

Du warst nicht meine erste große Liebe, denn diesen Platz hatte bereits ein anderer Mann in meinem Herzen, ich spielte allerdings von Anfang an mit offenen Karten und erzählte dir alles von meiner zerbrochenen Vergangenheit. Du warst meine Sonne im Sturm des Lebens. Ich war mir sicher, jetzt sie ich angekommen, du seist der Mann meines Lebens. Doch ich hatte die Rechnung ohne mein Schicksal gemacht. Es hatte andere Pläne für mich, für uns. Diese eine Nachricht von dir, sie riss mir den Boden unter den Füßen weg: Du liebst mich leider nicht, aber du magst mich sehr. Das waren deine Worte. Worte, die meine kleine sonnige Welt düster und kalt gestalteten.

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