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Ein Brief an den Penis – Es ist Zeit zu reden

Unsere Kolumnisten Anna Zimt lebt in einer offenen Beziehungen und hatte dadurch die Gelegenheit den ein oder anderen Penis kennenzulernen. Sie findet, es ist Zeit für einen Appell

Lieber Penis,
Ich mag dich. Sehr. Und ich glaube, wir sollten reden. Von Frau zu Penis. Denn ich hab da so einige Fragen an dich. Und Gedanken sowieso. Manchmal habe ich den Eindruck, du machst dir ganz schön Stress, wenn es um Sex geht. Und dazu würde ich dir gerne ein paar Worte sagen:

Ich habe mit vielen Penissen geschlafen. Mit sehr erfahrenen Penissen und mit Penissen, für die Sex noch Neuland war. An die meisten denke ich mit einem zufriedenen Schmunzeln zurück. Tatsächlich könnte ich mit jedem einzelnen Penis ganz entspannt ein Bier trinken gehen, ohne dass es komisch wäre. Ich bin eigentlich mit allen so auseinander gegangen, dass zumindest von meiner Seite aus alles cool ist. Denn so wirklich schlechte Erfahrungen musste ich bisher nicht machen. Natürlich hatte ich auch mal schlechten Sex, das ist klar. Aber im Großen und Ganzen oder auch im Kleinen und Ganzen, hatte ich bisher immer sehr viel Glück mit meiner Peniswahl.

Neulich schlief ich mit einem Penis, der allgemein dafür bekannt ist, mit vielen Frauen geschlafen zu haben. Er war zehn Jahre älter als ich und ich gespannt darauf, mal wieder auf einen Erfahrenen deiner Art zu treffen. Und was soll ich sagen? Es war wild, es war heiß und zumindest ich war ziemlich entspannt und hatte Spaß. Er nahm mich irgendwann von hinten und es fühlte sich großartig an. Für uns beide.

Er ist mir zuliebe nicht gekommen

Später erzählte mir der Mann, der zu dem Penis gehört, dass dieser eigentlich gerne in dem Moment gekommen wäre, er es mir zuliebe aber nicht tat. Er wollte es noch länger schaffen. Mich ausdauernder befriedigen. Sein Orgasmusfenster war aber genau in dieser Situation. Ein weiteres öffnete sich zu dieser späten Stunde nicht mehr und so blieb er in dieser Nacht ohne Höhepunkt.

„Ich denke halt immer zuerst an den Spaß der Frau.“ Das klingt doch erst mal sehr nett, nicht wahr? Und wird euch Penissen nicht auch ständig eingetrichtert, bloß auch die Bedürfnisse der Frau im Blick zu haben? Versteh mich nicht falsch, lieber Penis, ich finde das grundsätzlich ganz ganz toll. Es gibt Penisse, die aus der Lust des Gegenübers auch ihre Lust schöpfen und das verstehe ich gut. Mir geht es andersrum auch so.

Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich es sehr schön gefunden hätte, wenn er einfach gekommen wäre, als es sich für ihn richtig angefühlt hat. Ohne nachzudenken, ohne Stress. Denn zum einen geht es nicht nur um die Frau, sondern um alle Beteiligten und zum anderen störte mich irgendwie der Gedanke, dass er scheinbar seinen Kopf in einem heißen Moment wie diesem angeschaltet und sich den Orgasmus verboten hat. Das ist doch schade! Ist es nicht schön, so gut es eben geht abzuschalten und sich dem Leistungsdruck, der sich eh schon überall ins restliche Leben einschleicht, zu widersetzen? Oder was meinst du, lieber Penis?

Diese Begegnung brachte mich tatsächlich zum Nachdenken. Wenn ein Penis wie er, der vermeintlich so erfahren ist, trotzdem noch das Gefühl hat, erklärende Worte ausrichten lassen zu müssen, weil er nicht gekommen ist. Wie entspannt seid ihr Penisse dieser Welt beim Thema Orgasmus dann wirklich?

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Über den Autor/die Autorin

Anna Zimt

Anna liebt Sex, erste Dates und ihren Mann Max. Die beiden führen eine offene Ehe. Sie ist Autorin, Songwriterin und noch ganz viel mehr. In ihrer Kolumne „Nacktaktiv“ schreibt sie für beziehungsweise über die Dinge, die sie nackt und nachts erlebt und über alles, was ihr so durch den Kopf geht, wenn sie mal nicht schlafen kann.

Weitere Stories aus dem Leben von Anna kann man in ihren Bücher "In manchen Nächten hab ich einen anderen" und "Leck mich - Wie ich lernte zu bekommen was ich will: Im Bett, in der Liebe und im Leben“ nachlesen oder in mit ihrem Podcast "Schnapsidee - der Podcast über Liebe, Love & sexy sein" hören.