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Slow-Dating, Dick-Pics und niveauvolle Online-Partnersuche – Ein Interview mit Lisa Fischbach

Lisa Fischbach ist Diplom-Psychologin und Expertin auf dem Gebiet der Online-Partnersuche. Im Interview verrät sie uns, vor welche neuen Herausforderungen uns Online-Dating stellt, wie uns Dating-Apps wie Tinder allmählich abstumpfen lassen und warum ein niveauvoller Umgang bei der Online-Partnersuche so wichtig ist

Diplom-Psychologin Lisa Fischbach

Frau Fischbach, in Deutschland leben aktuell knapp 17 Mio. Singles und mehr als jeder Zweite hat schon online nach einem Partner gesucht. Obwohl Online-Dating so einfach wie beliebt ist, scheinen Singles verunsicherter denn je. Woran liegt das?

Die Online-Partnersuche mag viele neue Chancen bieten und niedrigschwelligen Zugang zu zig Tausenden Profilen verschaffen – inhaltlich ist sie jedoch anspruchsvoller geworden. Denn es sind besondere Fähigkeiten verlangt, die Möglichkeiten vorteilhaft für sich zu nutzen. Klassische Dating-Regeln herrschen nicht mehr einheitlich, Geschlechterrollen haben sich deutlich verändert, wie auch Ansprüche an Partnerschaften. Das sind alles Entwicklungen, die bisherige Prinzipien tendenziell außer Kraft setzen. Online sind andere Verhaltensweisen gefragt als offline und die Dynamiken zwischen den Geschlechtern haben sich, nicht nur durch den Sprung ins Digitale, sondern ganz grundsätzlich, verschoben.

Was meinen Sie damit?

Frauen werden beispielsweise aktiver und stehen nicht selten vor einem Überangebot, Männer überlassen den Frauen auch mal das Korbrisiko, Kontakte werden nicht durch offene Kommunikation beendet, sondern einfach durch einen einzigen Klick oder Ghosting. Gleich mehrere Kandidaten anzuschreiben und zu treffen, also Parallel-Dating, ist für viele zur Normalität geworden. Und trotzdem fragen sich noch immer viele, was richtig ist und wie sie sich vor Enttäuschungen schützen können – ohne sich zu sehr zu verschließen oder gar abzustumpfen.

Trägt die sogenannte „Wisch-und-weg-Mentalität“ bei Apps wie Tinder dazu bei, dass wir abstumpfen?

Die „Wisch-und-weg-Mentalität“ ist eine Ausdehnung unserer materiellen Wegwerfgesellschaft auf die Partnersuche und damit auf einen emotionalen Bereich, der jeden bei der Suche im Netz persönlich betrifft. Es gelten Gesetze der Marktwirtschaft: Ein Überangebot von Profilen macht es dem Einzelnen schwieriger aus der Masse hervorzustechen. Er muss sich schlichtweg noch besser verkaufen. Und das tut er durch Inszenierung seiner selbst, was wiederum dazu führt, dass sich die emotionale Distanz zum Gegenüber erhöht. Der Mensch hinter dem geschönten Profil wird oft nicht mehr gesehen, der wertschätzende Umgang geht verloren. Nicht wenige Angebote begünstigen durch die Darstellung der Profile und ihre einfache Handhabung die Oberflächlichkeit und das vorschnelle Aussortieren, einige Dating-Apps werden so zum Medium der Selbstdarstellung oder nur zum reinen Zeitvertreib genutzt. So entstehen Kränkungen, Unsicherheiten und Skepsis. Als Gegenreaktion entwickeln sich mit der Zeit Abstumpfung, negative Datingmuster und hinderliche, starke Selbstschutz- beziehungsweise Abwehrmechanismen.

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