Daran könnte es liegen, wenn du immer wieder für Unerreichbare schwärmst 

Eine aktuelle Studie besagt, dass vor allem Menschen mit unsicherem Bindungsverhalten für Stars und Sternchen sowie andere für sie unerreichbare Menschen schwärmen.

Schwärmereien für Unerreichbare als eine Art “Ergänzung” zu real existierenden Beziehungen

Zugegeben: Bevor ich von dieser Studie gehört hatte, habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, woher meine Schwärmereien für Berühmtheiten oder Romanfiguren kommen. Wenn ich die Studienergebnisse nun aber auf mein reales Leben übertrage, muss ich sagen, dass ich tatsächlich überdurchschnittlich oft für Personen schwärme, die nicht erreichbar sind. Nicht weil sie prominent sind oder in der Realität gar nicht existieren. Sondern weil ich ein Faible für Personen zu scheinen habe, die emotional gar nicht verfügbar sind.  

Gedanklich kann ich allerdings auch zu diesen durchaus real erscheinenden Beziehungen aufbauen – eben, weil sie in meiner Vorstellung konsistent reagieren. Ich träume mich also recht gerne in Partner- und Freundschaften, die ich gar nicht führe. Ich finde das aber nicht weiter schlimm. Vielmehr sehe ich sie einfach als eine Art „Ergänzung“ zu meinen real existierenden Beziehungen an. 

Das Bindungsverhalten beeinflusst, wie man mit Seriencharakteren interagiert

Was die eingangs zitierte Studie betrifft, so fanden die Forschenden heraus, dass Personen mit stärkeren Verlustängsten sich eher zu TV-Charakteren hingezogen fühlten, die sehr fürsorglich sind. Und die viel Zeit in ihre persönlichen Beziehungen investieren. Personen, die höhere Werte bei den Fragen nach Bindungsangst erzielt hatten, bauten eher zu fiktionalen Charakteren eine Bindung auf, die als selbstständig gelten. Daraus lässt sich schließen, dass Menschen mit Bindungsangst sich von autonomen Personen in ihrem eigenen Handeln bestätigt fühlen. Verlustängstliche hingegen scheinen sich aus ihren Beziehungen mit fiktionalen Persönlichkeiten die Bindung zu holen, die ihnen im realen Leben vielleicht fehlt. 

Rain und Mar schlussfolgerten aus diesen Ergebnissen, dass unser Bindungsverhalten einen Einfluss darauf hat, wie wir mit Seriencharakteren und ihren Geschichten interagieren. Zukünftige Studien könnten sich beispielsweise mit der Frage beschäftigen, ob unsere Identifikation mit bestimmten Charakteren einen positiven Einfluss auf bestimmte Verhaltensweisen haben kann, die mit Bindungs- und Verlustangst in Verbindung gebracht werden. 


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