Wer geht eigentlich offene Beziehungen ein?

Eine Studie zeigt, wie viele Paare einvernehmlich ihre Beziehung öffnen. Wer macht das und für wen ist die offene Beziehung nicht geeignet?

Studie zeigt, etwa jedes zwanzigste Paar öffnet seine Beziehung einvernehmlich. Wer macht das, warum und für wen ist die offene Beziehung vielleicht nicht geeignet?

Es gibt einvernehmlich nicht monogame Beziehungen und verheimlicht geöffnete Beziehungen. Die ersteren beschließen und verhandeln die Partner gleichberechtigt auf Augenhöhe und sind historisch gesehen relativ neu. Die letzteren gab es wohl schon immer, Untreue hat eine lange Tradition. Affären, Betrug, Lügen – viele Beziehungen zerbrechen daran.

Sexualforscher Justin Lehmiller definiert als “offene Beziehung” jene, in denen alle beteiligten Partner damit einverstanden sind, sexuelle und/oder romantische Beziehungen mit anderen Personen zu haben. Dies kann nach seiner Erfahrung viele Formen annehmen, von Swinging über Polyamorie und Cuckolding bis hin zu offenen Beziehungen. Seine Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Fünftel der Amerikaner schon einmal in einer offenen Beziehung war, während etwa 5% derzeit in einer solchen Beziehung leben.

Welche Paare führen eine offene Beziehung?

Wer hat am ehesten Erfahrungen mit einvernehmlicher Nicht-Monogamie? Gibt es bestimmte demografische Merkmale oder Eigenschaften, die mit dieser Beziehungspraxis zusammenhängen? Ein in der Zeitschrift Current Sexual Health Reports veröffentlichter Bericht ging dieser Frage nach. Hier die Ergebnisse der Autoren:

  • Geschlecht: Die meisten Studien haben ergeben, dass sich Männer eher auf offene Beziehungen einlassen als Frauen. Das scheint unabhängig zu sein von der sexuellen Orientierung.
  • Sexuelle Orientierung: Sexuelle Minderheiten führen mit größerer Wahrscheinlichkeit eine offene Beziehung als heterosexuelle Personen – ein Ergebnis, das unabhängig vom Geschlecht gilt. Es scheint jedoch, dass Bisexuelle im Vergleich zu Schwulen und Lesben mehr Erfahrung mit offenen Beziehungen machen. In absoluten Zahlen gibt es aber dennoch erheblich mehr offene heterosexuelle Beziehungen, denn die Quote der Heterosexualität in der Bevölkerung ja ebenfalls erheblich höher.
  • Andere demografische Faktoren: Die begrenzten Daten, die es gibt, haben keine konsistenten Zusammenhänge zwischen einvernehmlicher Nicht-Monogamie und anderen demografischen Merkmalen wie Bildungsniveau, Einkommen, religiöser Hintergrund, politische Zugehörigkeit und geografische Lage ergeben.

Fazit: Die Tatsache, dass nur wenige verlässliche Zusammenhänge zwischen demografischen Merkmalen und einvernehmlicher Nicht-Monogamie gefunden wurden, deutet darauf hin, dass es sich bei denjenigen, die offene Beziehungen praktizieren, wahrscheinlich um eine ziemlich heterogene Gruppe handelt, was ihre Hintergründe angeht.


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