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Diesen 3 Frauen-Typen begegnen Sie im Sex-Shop: Welcher sind Sie?

Wer geht in einen Sex-Shop und warum? Candy Bukowski, Verkäuferin in der berühmten Hamburger Boutique Bizarre, hat ein sehr menschliches, liebevolles und lustiges Buch darüber geschrieben. In einem Kapitel unseres Buchtipps „Eine neutrale Tüte bitte“ geht es um Frauen und ihre Beweggründe. Hier lesen Sie einen Auszug

Drei Typen von echten Heldinnen

Es gibt einen Kundinnen-Typus, den gerade wir weiblichen Angestellten unheimlich gerne haben und dem wir viel Respekt entgegenbringen. Frauen, die noch niemals zuvor in ihrem Leben einen Sexshop betreten haben. Frauen, denen dieser Schritt lange Zeit undenkbar war und die es teilweise sehr große Überwindung kostet, ihn nun zu tun. Aber jetzt haben sie einen Plan, jetzt handeln sie aus Überzeugung und jetzt kann ihnen kaum mehr etwas im Wege stehen, das sie stoppen könnte. Echte Frauen eben, weshalb die Bezeichnung Heldinnen natürlich auch amüsant gemeint ist, aber eigentlich ist sie zutreffend. Mit aller Achtung, das sind Superfrauen und ich kann es beweisen.

Üblicherweise gibt es drei mögliche Gründe für diese Heldinnen, ihren gefassten Plan umzusetzen. Der erste ist der schönste:

„Jetzt gönne ich mir was. Jetzt komme ich!“

Dieser Satz entspringt nicht meiner blühenden Fantasie, sondern wird von Kundinnen immer wieder ausgesprochen. Oft sind es Frauen von Anfang vierzig bis Anfang sechzig. Frauen, die vermutlich ihr bisheriges Erwachsenenleben ausschließlich für die Familie geführt und sich offensichtlich mit ihrer Sexualität nie groß beschäftigt haben. Man hat sie halt und sie bewegt sich im bekannten Rahmen. Im Verliebtheitsmodus war sie etwas spontaner, mit der Zeit und den Kindern hat sie sich ausgeschlichen. Zumindest waren ganz persönliche Fantasien und Wünsche nie ein großes Thema in der Partnerschaft. (…) Jetzt geht es erst einmal nur um sie, den Partner werden sie vielleicht zu gegebener Zeit an ihrem Wandel teilhaben lassen. Ja, so ticken Heldinnen. Und man(n) sollte große Achtung vor ihnen haben.

Diese Frauen suchen sich bewusst einen Erotik-Shop aus, der ihren Ansprüchen gerecht wird. Kein billiges Ambiente mit Doppelfickfäusten hinterm Kettenvorhang. Es geht ihnen ja genau darum, der eigenen Sexualität endlich den passenden Rahmen zu geben. Und diese ist etwas Besonderes, etwas, das es wieder- oder neuzuentdecken, nicht niederzuficken gilt.

Die „jetzt bin ich dran“-Heldin betritt unauffällig nachmittags den Laden, lässt das Sortiment auf sich wirken, schaut sich viele Dinge an und sucht sich ganz bewusst eine weibliche Verkäuferin aus, die ihr passend erscheint. Und der schenkt sie dann direkt reinen Wein ein. Ein Glas „weiß nicht was“ und einen Schoppen „helfen Sie mir bitte weiter“. Sehr ruhig, sehr überzeugend und unheimlich offen und sympathisch. In fast allen Fällen erfahren wir von ihnen ihre halbe Lebensgeschichte. Von Zurückstecken und fehlender Wahrnehmung ist dann ganz viel die Rede. Ohne Vorwurf, eher eine rationale Bestandsaufnahme. Und jetzt müsse sich das alles gewaltig ändern, man habe doch nur dieses eine Leben, das man auch leben solle, oder nicht? Ja, sollte man. Und Sexualität ist nur eine Facette davon, aber eine lustvolle. Lustvoll leben, sich wieder weiblich und begehrlich fühlen, auch wieder selbst begehrt werden, darum geht es in diesen Fällen. (…)

Ausgewählt werden nach intensiver Abwägung selten einfache Dildos und andere Eindringlinge. Auf der Wunschliste stehen vielmehr klitorale Zaubertoys, wie der legendäre Womanizer, der selbst Frauen, die keinerlei Orgasmus-Erfahrungen besitzen, gewaltig ans Ziel bringt. Duft- und Massageöle, feine Dessous, Brustsauger, G- und A-Punkt-Vibratoren. Ja, diese Zonen sind keine Erfindung der Pornoindustrie. Es gibt sie, wenn man sich die Mühe macht, sie zu finden und die richtige Form der Stimulation dazu kennt. (…)

Vielleicht mit ein Grund, uns Fachkräfte im Erotikhandel nicht nur als Dildo-Eintüter zu sehen. Wir bringen eine Menge mehr ein, als Erfahrungsschatz nicht selten unsere eigene Sexualität, ohne sie einem anderen überzustülpen. Und manchmal verlangt eine Kunden-Geschichte uns auch alles Feingefühl und eine zarte Hand ab, um angemessen hilfreich, ohne persönlich allzu betroffen zu sein:

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