Sind wir Weizen, oder Spreu? Welche Auswirkungen die Coronakrise auf meine Beziehung hat

Es hat wieder jemanden erwischt… Gottseidank nicht das Coronavirus, sondern eine andere gefühlt stetig zunehmende Gefahr: schon wieder ist ein Paar im Freundeskreis auseinandergegangen

Wie drückte es mein bester Freund Moritz, Diplom-Psychologe, so schön aus: In der Coronakrise trennt sich die Spreu vom Weizen. Er spielt mit dieser Aussage darauf an, dass es aus seiner Sicht einige Paare nicht gemeinsam aus der Krise schaffen werden.

Heißt es nicht: In guten wie in schlechten Zeiten?

Irgendwie beängstigend zu sehen, welche Auswirkungen so ein Virus auf die Liebe haben kann. In guten wie in schlechten Zeiten, heißt es doch eigentlich, oder? Jetzt haben wir eine schlechte Zeit und prompt scheinen es viele Paare nicht mehr miteinander auszuhalten.

Was bleibt von uns und unseren Beziehungen, wenn ToDo-Listen und Termine fehlen?

Miteinander aushalten, das ist der Aspekt, der aktuell zu vielen Trennungen zu führen scheint. Vor Corona war es durchaus normal, sich in manchen Wochen kaum zu sehen, geschweige denn viel Zeit miteinander zu verbringen. Der Alltag bestimmte uns und wir ließen uns mitreißen von der Welle an To-Do’s und Terminen. Was bleibt von unserem Leben und von unseren Beziehungen, wenn sich die Welt um uns herum schlagartig verändert, wir wieder auf uns selbst zurückgeworfen werden? Diese Fragen begann ich mir zu stellen, als ich die ersten Auswirkungen Coronas auch in meiner Partnerschaft spürte.

Die Wochenenden sind von ungewohnter Leere geprägt

Es ist ein großes Glück, dass sowohl mein Herzblatt, als auch ich zumindest jobmäßig von der Krise kaum betroffen sind. Wir gehen weiterhin aus dem Haus, um der Arbeit nachzugehen. Das, was sich durch Corona allerdings veränderte, waren die Feierabende und Wochenenden. Plötzlich war der Kalender leer, meine heißgeliebten Partys abgesagt, Freizeitbeschäftigungen wie der Gang zum Fußballstadion um die Ecke fielen für meinen Herzensmann aus. So schön die freie Zeit am Wochenende sein sollte, so stark war sie von einer ungewohnten Leere geprägt.

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