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Homeoffice – So machen Sie auch als Partner einen guten Job zuhause

Homeoffice klingt für viele Angestellte nach großer Freiheit und viel Zeit für die Partnerschaft. Doch wer schon einmal zu Hause gearbeitet hat, weiß, dass Homeoffice mehr als Arbeit im Pyjama bedeutet und die Beziehung auf eine harte Probe stellen kann. Karriere-Coach Dr. Bernd Slaghuis von den Karriereexperten.com gibt Tipps, wie Sie auch als Partner zu Hause einen guten Job machen.

Die Geschichte von Nina und Christian

Nina ist 35 und arbeitet seit 7 Jahren für einen großen Hersteller von Spielwaren. Vor Kurzem war sie noch in der Zentrale beschäftigt: Sie war zuständig für die Vertriebsunterstützung und bildete die Schnittstelle zwischen dem Außen- und Innendienst. Alles dafür zu tun, damit der Vertrieb draußen erfolgreich ist – das war ihre Passion. Der Job hat ihr immer Spaß gemacht, sie kam gut mit den Kollegen und ihrem Chef aus.

Als vor einem halben Jahr die Stelle im Außendienst in ihrer Region ausgeschrieben war, hat Nina nicht lange überlegt und sich intern beworben. Sie war die Pendelei zwischen Wohnung und Büro satt, wollte mehr Zeit mit ihrer Tochter und ihrem Mann verbringen und hatte Lust, auch die andere Seite des Vertriebs kennenzulernen. Es war eine gemeinsame Entscheidung. Christian, ihr Mann, ist selbständiger Vertriebstrainer und arbeitet auch von zu Hause aus, wenn er nicht bei Kunden ist. Sie hatten sich das gemeinsame Leben und Arbeiten im Homeoffice als perfekte Lösung ausgemalt.

Seit zwei Monaten hat sie nun die Seite gewechselt und betreut selbst ein eigenes Vertriebsgebiet. Inzwischen wünscht sie sich, sie wäre diesen Schritt nicht gegangen. Sie vermisst ihre Kolleginnen und Kollegen sehr, der gemeinsame Austausch fehlt ihr. Sie streitet sich mit Christian fast jeden Tag. Oft sind es Kleinigkeiten. Wer macht was im Haushalt? Wann wird gearbeitet und wann ist Zeit für die Familie? Heute versuchen beide, ihre Kundentermine so zu legen, dass sie nicht gleichzeitig unterwegs sind. Jedoch nicht, damit einer von beiden für Töchterchen Marie da ist, sondern um sich zu Hause aus dem Weg zu gehen. Wenn beide da sind, sagt Nina, findet sie keine Ruhe zum Arbeiten. Ähnlich geht es Christian. Beide schaffen es nicht, sich in ihre getrennten Arbeitszimmer zurückzuziehen. Stattdessen sitzen sie mit ihren Laptops oft bis abends spät zusammen am Esstisch und arbeiten. Ein Privatleben gibt es kaum noch. Das belastet die junge Familie.

Die Schattenseiten des Homeoffice

So wie Nina und Christian geht es vielen Menschen, die zu Hause arbeiten. Dabei klingt Homeoffice doch so sehr nach absoluter Flexibilität, Unabhängigkeit und Freiheit. Endlich nicht mehr unter ständiger Beobachtung des Chefs und die nervigen Kollegen sind auch weit weg. Freie Zeiteinteilung und selbstbestimmtes Arbeiten pur. Hauptsache, die gesetzten Ziele werden erreicht.
Doch Homeoffice ist mehr als Arbeit im Pyjama bis mittags. Die Annehmlichkeiten haben auch ihre Schattenseiten. Sie sind weit weg vom Geschehen und angewiesen auf eine gute Vernetzung und Versorgung mit Informationen. Es bedarf einer hohen Eigenmotivation, die Arbeit anzugehen, denn das Ablenkungspotenzial zu Hause ist riesig groß. Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen. Strukturen und Abläufe, die uns am Tag wichtig sind, sind im Homeoffice schnell nicht mehr vorhanden.

Doch das muss nicht sein!

Richten Sie sich Ihr Homeoffice ein. Nicht nur räumlich, sondern auch menschlich – für sich selbst und Ihre Beziehung.

Homeoffice – Guter Job für eine gesunde Beziehung

Hier habe ich 5 Tipps für Sie zusammengestellt, damit Sie im Homeoffice einen guten Job machen und dabei nicht Ihre Partnerschaft aufs Spiel setzen:

1. Definieren Sie Ihren Arbeitsplatz

Finden Sie einen passenden Platz in Ihrer Wohnung, den Sie als Arbeitsplatz festlegen. Sie sollten sich wohl fühlen, denn schließlich verbringen Sie dort einen Großteil des Tages. Für viele Homeoffice-Arbeiter ist es wichtig, dass sie ihre Ruhe haben und konzentriert arbeiten können. Ein eigenes Zimmer, in dem Sie auch mal die Tür schließen und ungestört telefonieren können, ist ein guter Ort. Für die Familie muss klar sein: Wenn Sie dort sind, dann arbeiten Sie. Dann sind Sie weder in der Rolle der Mutter oder des Vaters, noch in der der Partnerin oder des Partners.

2. Etablieren Sie feste Arbeitsroutinen

Definieren Sie für sich regelmäßige Arbeitszeiten und schaffen Sie auch zu Hause feste Tagesroutinen. Das macht es für Ihren Partner oder die Partnerin und vor allem für Ihre Kinder einfacher, zu planen. Sie wissen, wann Sie Zeit füreinander haben. Gibt es keine festen Zeiten, ist die Gefahr groß, dass jeder in der Familie beginnt, sein eigenes, vom Verhalten des Partners unabhängiges Leben zu führen. Feste Routinen, Abläufe und Gewohnheiten schaffen hingegen die Sicherheit und Klarheit in Ihrem Umfeld, die es benötigt, um gemeinsam und glücklich in einer Beziehung zu leben.

3. Sagen Sie Nein

Konsequenz ist eine der wichtigsten Stärken, die erfolgreiche Homeoffice-Arbeiter besitzen. Nicht nur, um den zahlreichen Ablenkungsversuchen zu Hause zu widerstehen, sondern auch, um Nein zu sagen. Ein Nein, wenn der Partner stört und auch ein Nein, wenn Sie sich gerade nicht mit Ihrem Kind beschäftigen können, weil Sie an einer Sache konzentriert arbeiten. Es wird Ihnen nicht gelingen – und genau daran ist es bei Nina und Christian gescheitert – zu Hause alle Rollen gleichzeitig zu verkörpern. Konsequenz bedeutet, klare Grenzen zu setzen – und diese auch konsequent einzuhalten.

4. Essen sie regelmäßig und gemeinsam

Zu den regelmäßigen Tagesabläufen zählt auch das möglichst gemeinsame Essen. Nutzen Sie die Annehmlichkeit, dass Sie zu Hause arbeiten. Der Großteil der arbeitenden Bevölkerung sitzt mittags in Großraumkantinen weit weg von der Familie. Versuchen Sie, regelmäßige Pausen zu machen – das ist wichtig für Ihre Gesundheit. Wenn Sie diese auch noch mit der Familie, dem Partner oder der Partnerin verbringen können, umso besser! Schalten Sie in dieser Zeit ab, denn dies ist Ihre Quality-Time für die Familie.

5. Machen Sie Feierabend

Versuchen Sie, Ihre Aufgaben während des Tages zu erledigen und schalten Sie – wortwörtlich – am Abend ab. Dann ist Zeit für die Partnerschaft. Die Versuchung ist groß, Aufgaben des Tages in den Abend oder sogar die Nacht zu verschieben. Besonders dann, wenn Ihre Tätigkeit nicht von den Arbeitszeiten Ihrer Geschäftspartner abhängt. Arbeiten Ihr Partner und Sie beide im Homeoffice – wie bei Nina und Christian – dann können Sie sich abstimmen und zu gleichen Zeiten arbeiten. Problematisch wird es, wenn der eine Partner abends aus dem Büro kommt und Feierabend hat, dabei aber mit den Worten empfangen wird „Schatz, ich habe über Tag nichts getan und muss noch 4 Stunden arbeiten.“ Eine besondere Situation kann dies erfordern, sollte jedoch nicht zur Gewohnheit werden. Denn der Feierabend ist wichtig, um in der Partnerschaft oder der Familie Energie für den nächsten Tag zu tanken.

Arbeiten Sie auch zu Hause? Wie schaffen Sie es, im Homeoffice einen guten Job zu machen und gleichzeitig eine gesunde Beziehung zu führen? Haben Sie weitere Tipps? Schreiben Sie uns Ihre Homeoffice-Erfolgsgeschichten unten als Kommentar!

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Über den Autor/die Autorin

Dr. Bernd Slaghuis

Dr. Bernd Slaghuis ist Systemischer Coach und Ökonom. Er ist Karriere-Coach sowie Experte für berufliche Neuorientierung und betreibt eine Coaching-Praxis in Köln. Als Führungskräfte-Entwickler und Strategieberater ist er für Unternehmen in ganz Deutschland tätig. Er hält Vorträge und gibt Seminare. Über seine Sichtweisen auf Karriere, Führung und Bewerbung schreibt er in seinem Blog Perspektivwechsel.