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Getrennt zusammen leben: Können LAT-Beziehungen halten?

Eine Stadt und zwei Wohnungen: Immer mehr Paare entscheiden sich bewusst für eine Beziehung ohne gemeinsames Heim. Ist das sogenannte LAT-Beziehungsmodell (Living Apart Together) nur ein Trend oder ein Erfolgskonzept für die Partnerschaft?

Die meisten LAT-Beziehungen haben in Deutschland statistisch gesehen berufliche Gründe: Ein Partner hat seine Arbeitsstelle an einem anderen Ort. Aber auch immer mehr Paare, die in einer Stadt leben, entscheiden sich für die Beibehaltung ihrer beider Wohnungen. Das ist zwar kein Massenphänomen, aber solche getrennt zusammen lebende Paare nehmen zu.

Was sind das für Paare, die sich bewusst gegen ein gemeinsames Wohnen entscheiden?

Das sind vom Alter her vor allem Paare bis Mitte, Ende 20, dann wieder Paare ab Mitte, Ende 40. Die jüngeren Paare sind sich noch nicht sicher, ob sie den Partner gefunden haben, mit dem sie ein Leben lang zusammen sein und zusammenleben möchten. Die älteren Paare hatten oft bereits geglaubt, sie hätten diesen Partner schon gefunden, das hat aber nicht geklappt und jetzt wollen sie nicht mehr ihre eigene Wohnung und ihre Freiräume aufgeben. Viele Senioren, die ihren Partner verloren haben, wollen nicht das Risiko eingehen, ihre Wohnung zu verlassen, um womöglich bei einem erneuten Scheitern der Beziehung immens gestiegene Mieten bezahlen zu müssen oder sie haben Wohneigentum, das sie nicht aufgeben möchten.

Grundsätzlich sind es Partner, die eher mehr Distanz als mehr Nähe benötigen. Das sind Menschen, die lieber allein sind, wenn es ihnen nicht gut geht und selten Menschen, die jemanden um sich brauchen, der sie umsorgt. Sie wünschen sich eine Beziehung, aber sie wollen sich nicht in ihr verlieren. Dieses Beziehungsmodell ist natürlich nichts für Paare, die am liebsten alles gemeinsam unternehmen. Es ließe sich diskutieren, ob bei vielen nicht auch Bindungsangst mitschwingt, also eine gewisse Furcht vor so viel Nähe. Das klingt möglicherweise zu negativ, aber nach meiner Erfahrung aus der Paarberatung scheint mir für einige bindungsängstliche Menschen getrennt Zusammenleben der einzige Weg, eine Beziehung zu führen. Denn in der müssen sie viele Kompromisse nicht eingehen und möglicherweise könnten sie das auch nicht. So finden sie in einer LAT-Beziehung die Balance aus Nähe und Distanz, die sie glücklich macht.

Besonders viele Frauen wünschen sich zwei Wohnungen. Das hat damit zu tun, dass Streit um Arbeitsteilung im Haushalt so ein großes Stück weit wegfällt. Sie haben vermutlich schlechte Erfahrungen mit Partnern gemacht, die sich an der Hausarbeit wenig oder gar nicht beteiligt haben. Hat jeder Partner eine eigene Wohnung, muss sich auch jeder selbst um den Haushalt kümmern.

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Über den Autor/die Autorin

Eric Hegmann

Liebe macht glücklich. Unser CLO (Chief Love Officer) verantwortet die redaktionellen Inhalte von beziehungsweise. Eric Hegmann ist Autor zahlreicher Bücher rund um Partnerschaft und Partnersuche und berät Singles und Paare. Arbeitsschwerpunkte: Bindungsangst und Verlustangst ( Beziehung mit Narzissten , emotionale Abhängigkeit), Beziehungsunfähigkeit sowie Streit- und Kommunikationskultur von Paaren (Sprache der Liebe). Der Wahlhamburger ist verheiratet und lebt und arbeitet seit 25 Jahren neben der berühmtesten "Liebes-Meile" der Welt: der Reeperbahn.