Wir verwenden eigene Cookies und Cookies Dritter, um die Nutzung der Website zu analysieren und um Werbung auf unserer und anderen Websites auszuspielen.
Verpassen Sie
keinen Artikel mehr!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an!

Abonnieren
Unsere Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie hier.
Ich möchte per E-Mail von beziehungsweise (PE Digital GmbH) über aktuelle Artikel rund um die Liebe sowie über Produktangebote informiert werden. Diese Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden. Kontaktadressen entnehmen Sie unseren Datenschutzhinweisen.
Verpassen Sie keinen Artikel mehr!
Unsere Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie hier.

Ein Gutschein für Untreue fürs Beziehungsglück?

Es ist eine provokante Idee: Autorin Wednesday Martin schlägt in ihrem Buch „Untreue“ vor, dem Partner mal einen Fremdgeh-Gutschein zu schenken. Kann das funktionieren? Ist das vielleicht sogar eine Zutat fürs Beziehungsglück?

Fremdgehen auf Gutschein. Was für eine Idee! Zunächst einmal: Geht man überhaupt fremd, wenn die Partnerin oder der Partner das nicht nur weiß und billigt, sondern auch geradezu forciert? In Swinger-Clubs scherzen Pare häufig: „Wir gehen nicht fremd, wir gehen bekannt.“ Das sind aber ja nun auch Paare, die offene Beziehungsmodelle verhandelt haben und leben. Ob ein einmaliger Fremdgeh-Gutschein tatsächlich bereits als offene Beziehung durchgehen kann? Bei diesen Paaren vermutlich nicht.

Heimliche Untreue geht gar nicht, darüber muss man nicht sprechen. Betrügen, lügen, Vertrauen missbrauchen – das braucht niemand. Auch nicht derjenige, der seine sexuellen Wünsche außerhalb der Beziehung ausleben will. Viele sind nur zu feige eine solche Verhandlung zu führen, schreibt beispielsweise Esther Perel in ihrem Buch „Die Macht der Affäre“. Können sich liebende, erwachsene Menschen nicht anders mit einem solchen Bedürfnis umgehen?

Ein Gutschein fürs Fremdgehen

Das ist statistisch belegt, viele Affären beginnen, weil die Partnerin oder der Partner keine Lust mehr auf Sex hat. Muss nun der andere deshalb den Rest seiner Tage enthaltsam leben? Oder muss das Paar sich dann trennen, obwohl es sich noch liebt? Gibt es nicht noch andere Möglichkeiten? Ist ein Untreue-Gutschein die Lösung?

In der Sexualtherapie ist das Phänomen gut bekannt, dass Langzeitpaaren die Leidenschaft abhanden geht. Geborgenheit und Vertrautheit sind nach einer populären These sozusagen die natürlichen Gegner der hemmungslosen Leidenschaft der ersten Monate und Jahre. Denn wenn die Fantasie keinen Raum mehr hat, weil man alles vom anderen kennt und umgekehrt dieser auch jeden Knopf weiß, den es zu drücken gilt, dann wird das wichtigste Sexualorgan des Menschen, das Gehirn, in seinem Antrieb gestört.

Denn ein großer Kick beim Sex ist nun einmal die Vorstellung, was alles möglich wäre. Kein erotischer Tagtraum kommt ohne ihn aus. Weil man nicht weiß, wie es sein wird, ist alles möglich mit dem attraktiven Fremden. Zuhause kennt man nicht nur den Ablauf, die Stellung, den Geruch, den Geschmack … sogar das Quietschen des Bettes und wie sich die Bettwäsche anfühlt und an welcher Stelle die Matratze eine Kuhle hat.

Seite 1 2 3
Verwandte Themen:


Über den Autor/die Autorin

Eric Hegmann

Liebe macht glücklich. Als CLO (Chief Love Officer) verantwortet er die redaktionellen Inhalte von beziehungsweise. Eric Hegmann ist Paartherapeut (Paartherapie nach John Gottmann, Emotionsfokussierte Paartherapie) und Single-Coach und Autor zahlreicher Bücher über die Liebe. Arbeitsschwerpunkte: Bindungsangst und Verlustangst Warnsignale Beziehung: Gehen oder bleiben? Er bietet erfolgreiche Online Kurse rund um Liebe und Partnerschaft an. Er ist Gründer der Modern Love School. Der Wahlhamburger ist verheiratet und lebt und arbeitet seit 25 Jahren neben der berühmtesten "Liebes-Meile" der Welt: der Reeperbahn.