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Du bist gegangen, ohne dich umzudrehen

Was blieb nach der Trennung? Ein grünes Kissen und die Gewissheit, dass es schwer ist, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Jonathan Bern hat lange versucht, die Trennung zu verhindern. Ein Blick in ein verletztes Herz

Mit der Zeit verblassen die Erinnerungen. Vor einigen Wochen bist du einfach gegangen, ohne dich umzudrehen. Ich hörte noch ein leises „leb wohl“ und danach gab es nur noch diese unerträgliche Stille. Wir hatten uns schon oft nach einem bösen Streit getrennt und fanden immer wieder zusammen. Es stimmt, dass ich derjenige war, der meistens versuchte, eine zerbrechliche Harmonie wiederherzustellen. Es grenzte oft an Demütigung, da ich bereit war, fast jeden Preis zu bezahlen, um die Trennung zu vermeiden. Was sich wie Liebe anfühlte, wurde immer mehr zur Abhängigkeit. Ich weigerte mich, die Realität zu akzeptieren. Ich flüchtete lieber in meine Wunschvorstellung einer Beziehung. Ich versuchte Konflikte immer wieder zu verdrängen, eine Strategie die zum Scheitern verurteilt war.

Sich nicht verstellen

An Weihnachten hattest du mir dieses grüne Kissen geschenkt. Es symbolisiert eine Reminiszenz an Tage und Nächte eines zerbrechlichen Glücks. Dieses Geschenk erinnert mich an die besonderen Augenblicke der Zweisamkeit, der Zärtlichkeit, der Lust. Jeden Morgen hoffe ich, endlich aus diesem bösen Traum zu erwachen. Ich schalte mein Handy ein und schaue eine Sekunde auf das Display, ob du mir geschrieben hast. Mir ist bewusst, dass es sinnlos ist, auf ein Wunder zu warten. Ich habe aber auch das Recht, mich unvernünftig zu verhalten. Mich nicht zu verstellen. Mich nicht dazu zu zwingen, ein anderer Mensch zu werden. Wer liebt, sollte auch bereit sein, zu leiden.

In einer früheren Beziehung kam es vor, dass ich keinen Ausweg mehr sah. Ich stürzte ab in eine tiefe depressive Phase, weil ich die Trennung nicht akzeptieren wollte. Ich habe meiner Psyche geschadet und brauchte professionelle Hilfe, um mein inneres Gleichgewicht wiederherzustellen. Seitdem machen mir diese Extreme bei Gefühlen Angst, weil man vorher nie weiß, wo diese Spirale enden kann. Heute habe ich gelernt, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen und ich kann mich besser schützen. Ich fühle mich traurig und einsam, falle aber nicht mehr in ein tiefes Loch.

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Über den Autor/die Autorin

Jonathan Bern

Jonathan Bern ist teils in Deutschland und teils in Frankreich aufgewachsen. Seine Wahlheimat bleibt Nizza, wo er mit 17 auf die merkwürdige Idee kam, einen Magister in Germanistik zu machen. In dieser Zeit schrieb er einen Artikel für die renommierteste französische Zeitung "Le Monde" und beschloss Journalist zu werden. Die Zeitung, bei der er einen Job fand, musste nach einem Jahr Konkurs anmelden und so landete er bei einer Airline, um seine Miete zu zahlen. Seitdem träumt er davon, irgendwann ein Buch zu schreiben..