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Müssen gute Kompromisse ein wenig schmerzen?

In einer Beziehung zurückzustecken, kann ein Liebesbeweis sein. Verhandeln und Abwägen muss jedoch auf Augenhöhe geschehen, denn sonst wird aus Kompromiss schließen leicht eine Abrechnung. beziehungsweise-Autor Thorsten Wittke wünscht sich mehr Transparenz und weniger enttäuschte Erwartungen

„Ein Kompromiss ist nur dann einer, wenn er auch Beiden ein bisschen weh tut“, sagte neulich eine gute Freundin zu mir. Nachdem ich etwas darauf herumgedacht hatte, stimmte ich ihr zu und ging sogar noch einen Schritt weiter. Ein Kompromiss muss weh tun und er muss kommuniziert werden.

Vor allem ist es nicht schön, mit vermeintlichen Kompromissen konfrontiert zu werden, die ich selbst gar nicht als solche gesehen habe. Manche Menschen neigen ja auch dazu, ihren Partner für einen Hellseher zu halten. Oder sie machen die Dinge nur mit sich selbst aus. So treffen sie für sich beispielsweise die Entscheidung, dass es ihnen weder Streit noch Diskussion wert ist, die Dinge zu thematisieren, an denen sie sich gerade stören.

Das ist grundsätzlich in Ordnung. Aber nur so lange sie damit zufrieden sind und nicht plötzlich die Keule herausholen und dem anderen dann ihren Frust und die angestaute Enttäuschung vor die Füße kübeln. Meist geschieht dies bei einem Streit, bei dem es um irgendwas geht, was ihnen wirklich am Herzen liegt.

Ich mache alles für dich – was machst du für mich?

„Immer läuft es nur nach deiner Nase. Du siehst ja gar nicht, was ich alles für dich tue!“ Dieser Satz steht dann plötzlich im Raum und löst bei mir erstmal Irritationen aus. Ich stehe da wie ein Ochse vorm Berg und habe keine Ahnung, was gemeint ist. Mir war nicht bewusst, dass es ein Problem sein könnte, wenn beim Abendessen der Fernseher läuft oder das ich beim Zähneputzen kreuz und quer durch die Wohnung laufe. Ich habe noch nie mein Bett gemacht und mir ist es auch nicht wichtig, dass jemand das für mich tut. Und dass sie Fußball nicht mag und nur mir zuliebe guckt, konnte ich nicht ahnen, schließlich haben wir uns mal beim Public-Viewing kennengelernt. Das alles erfahre ich erst jetzt auf Nachfrage. Als Argumente dafür, dass ich nun an der Reihe wäre, mal etwas zu tun, was ich nicht will.

Dass irgendwas davon ein Problem für meine Beziehung sein könnte, davon hatte ich keine Ahnung. Was wirklich amüsant ist, da ich nichts davon für kompromisswürdig halte. Wäre nur ein einziges Mal eines der Themen angesprochen worden, bliebe der Fernseher aus, die Zahnbürste im Bad, das Bett wäre gemacht und ich müsste nicht zum hundertsten Mal die Abseitsregel erklären. So führt dann ein Wort zum anderen und am Ende ist eine Einigung in der eigentlichen Sache weiter entfernt als je zuvor.

Würdest du mich lieben, wüsstest du, was mich an dir stört!

Selbstverständlich ist nicht jedes Thema einen Streit wert, aber es ist wichtig, mit seinem Partner offen zu kommunizieren und zu sagen, was einen stört oder womit man nicht zufrieden ist. Die einzelnen Themen wie Wassertropfen in einem Fass zu sammeln und darauf zu warten, dass das Fass dann zwangsläufig mal überläuft, ist nicht fair. Genauso ungerecht ist es, diese Dinge als Verhandlungsmasse in die nächsten Unterredungen bei einem Streit einzubringen.

In einer Beziehung auf Augenhöhe sollte beiden Partnern bewusst sein, wie man streitet und was ein Kompromiss ist. In jeder Partnerschaft gibt es ab und zu Konflikte, das kann nicht ausbleiben, denn es treffen zwei Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Vorstellungen aufeinander. Um einen Konsens zu erzielen ist es notwendig, dass jeder ein Stück von seiner ursprünglichen Position abrückt und freiwillig auf einen Teil der Forderungen verzichtet.

Eine weitere Möglichkeit zur Auflösung eines Streits ist es, dass mal der Eine und mal der Andere seine Vorstellungen erfüllt bekommt. Dabei sollte man aber im Auge behalten, wie der Stand am Scoreboard ist. Auch wenn man immer wieder sagt, dass in der Liebe nicht aufgerechnet wird, eine Balance muss gegeben sein, damit eine Beziehung nicht in Schieflage gerät. Deshalb ist es wichtig, auch die Kleinigkeiten zu kommunizieren, die erstmal gar nicht so bedeutsam erscheinen.

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Über den Autor/die Autorin

Thorsten Wittke

Thorsten Wittke ist in Essen geboren, aufgewachsen und liebt das Ruhrgebiet. Er hat erst spät mit dem Schreiben begonnen, vorher studierte er BWL und hat in der freien Wirtschaft gearbeitet. Heute bloggt er über seine Sicht auf die Welt und arbeitet an seinem ersten Buch. Er ist Single und seine Leidenschaften sind das Reisen, Kino, Theater und der Triathlonsport.